Wüsting - Wenn die neueste Stalltechnik für den Landwirt auf neue Errungenschaften für den Haushalt oder hochmotorisierte, riesige Traktoren auf ihre kleinen Vorgänger aus vergangenen Zeiten treffen – dann sind wieder Landtage in Wüsting. Der besondere Aussteller-Mix und das riesige Rahmenprogramm der Agrar- und Freizeitmesse lockt auch in diesem Jahr die Massen auf das 13 Hektar große Ausstellungsgelände. Bei bestem Sommerwetter war besonders am Sonntag der Andrang wiederum enorm.
Neben dem Fachpublikum sind unter den Besuchern auch viele Menschen, die mit der Landwirtschaft direkt nichts mehr zu tun haben, aber aufgrund des vielfältigen Programms die Messe besuchen. Dabei erhalten sie gleichzeitig auch Einblicke in die moderne Landwirtschaft. Doch es gibt noch viel mehr zu sehen.
Das erste Mal präsentierte sich am Sonnabend und Sonntag die Polizeireiter-Staffel Hannover.
Anke Götze, Andrea Neumann, Stefan Widera und Alexandra Neumann zeigten eindrucksvoll, wie die Ausbildung der Polizeipferde erfolgt, damit sie auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. „Das gelingt nur durch ständiges Üben“, sagte Stefan Widera.
Immer wieder ein Hingucker im Showprogramm sind auch die Darbietungen der Treckerfreunde Wöschenland mit ihren Oldtimern. Beim Kartoffelsuchen für die Kinder war der Andrang riesig.
Sogar aus Bayern waren die Teilnehmer der ersten Deutschen Jungzüchter-Meisterschaft des Schafzuchtverbandes angereist, die in Wüsting eine erfolgreiche Premiere feierte. Auch die Schafscherer hatten immer viel Publikum. Und die Kinder freuten sich, wenn sie ein bisschen Wolle mit nach Hause nehmen durften.
Am Sonntag besuchte der durch TV-Sendungen bekannte „XXL-Ostfriese“ Tamme Hanken die Landtage und stellte mit Ehefrau Carmen im Ring seinen Kaltblut-Hengst „Jumper“ vor.
„Alles super“, freute sich Ute Thümler vom Organisationsteam am Sonntag über den bisherigen Verlauf und den Publikumszuspruch.
Nicht so super läuft es im Moment allerdings für die Milchbauern. Die Preiseinbrüche auf dem Milchmarkt sind auch bei den Landtagen immer wieder Thema bei Züchtern und Ausstellern. „Die Familienbetriebe, die Milch erzeugen, haben es wirklich, wirklich schwer. Das Problem sind die Discounter, die die Preise diktieren“, sagte Landtage-Geschäftsführer Helmut Urban. Die Politik müsse endlich etwas ändern.
Viele Landtechnik-Aussteller haben gerade auch Milchviehbetriebe als Kunden. Und die Bauern schieben die eine oder andere Investition derzeit erst einmal vor sich her, wie Landtage-Organisatorin Ute Thümler aus Gesprächen mit dem Fachpublikum zu berichten wusste. Gleichwohl sei es wichtig für die Firmen, sich auch in solchen Zeiten zu präsentieren und den Kontakt zu halten.
Die 12. Landtage Nord sind noch einmal an diesem Montag zu erleben.
