Querenstede - Die Mitglieder des Ammerländer Landvolkverbandes sind in diesen Wochen zu den jeweiligen Bezirksversammlungen der einzelnen Mitgliedsgemeinden eingeladen. Am Mittwochabend fand für Bad Zwischenahn diese Zusammenkunft in der Gaststätte „Querensteder Mühle“ statt, und rund 30 Mitglieder ließen es sich nicht nehmen, einen Rückblick auf das vergangene Jahr und dazu Einblicke in die künftige lokale Agrarstruktur zu erlangen.

Die Themen waren breit gefächert. Vorsitzender und Kreislandwirt Manfred Gerken begrüßte die Anwesenden mit Ausführungen zur aktuellen Agrarpolitik. Zum „Russland-Embargo“ erhofft er für die Landwirtschaft ein politisches Einlenken „unter Gesichtswahrung für beide Seiten“. Reichlich kritisiert wurde Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) und das Agieren des Landwirtschaftsministeriums.

Die Landwirtschaft in allen Belangen zu vertreten und sich zudem aktiv in allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und energiepolitischen Fragen einzusetzen, zähle zu den Aufgaben des Landvolkverbandes, verdeutlichte Geschäftsführer Thorsten Jan-Dirk Cordes. Er regte an, die angebotenen Beratungen zu nutzen, auch, um mehr Zeit für die eigentliche Arbeit zu haben. Ein vom Verband mit der EWE abgeschlossener Rahmenvertrag bringe deutliche Preisvorteile beim Strombezug, stellte er ferner heraus.

Schwankungen im Milchpreis werde es weiterhin geben, doch dauerhaft könne sich der Milchpreis stabilisieren, hob Uwe Ralle, Leiter der Bezirksstelle Nord der Landwirtschaftskammer, hervor. Zur Umstellung auf Biomilcherzeugung wäre zudem ein gutes finanzielles Polster erforderlich, dazu sei es eine spannende Frage, wie aufnahmebereit der „Bio-Markt“ noch wäre.

Bei den anstehenden Wahlen stand der bisherige Bezirksvertreter Renke Hollmann für eine Wiederwahl aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Da sich aus den anwesenden Mitgliedern kein Kandidat als Nachfolger fand, wurde die Wahl bis zur Generalversammlung im Februar verschoben.