Bad Zwischenahn/Ammerland - Die aktuellen Pläne der Landesregierung, durch Änderung des Landesraumordnungsprogramms rund 102 000 Hektar Vorranggebiete für Torferhalt und Moorentwicklung festzulegen, löst auch in der Ammerländer Landwirtschaft zunehmend Ärger und Protest aus. Das wurde auch bei einer Sonderveranstaltung des Ammerländer Landvolkverbands im „Ohrweger Krug“ deutlich.
Hartmut Schlepps, Referent für Umweltrecht und Politik beim Landesbauernverband in Hannover, hatte dort über den aktuellen Stand informiert. Demnach sei es Ziel, sämtliche Vorranggebiete zur Rohstoffgewinnung zu streichen, den Torfabbau auslaufen zu lassen, und aus Gründen des Klimaschutzes Vorranggebiete zum Moorschutz festzulegen, um dem Moor und seiner Bedeutung als natürlichen Kohlenstoffspeicher Rechnung zu tragen. Betroffen sind Flächen mit mehr als 1,30 m Torfmächtigkeit. Im Ammerland betreffe dies Gebiete südlich und östlich von Edewecht, das Dänikhorster Moor, das Fintlandsmoor, das Hollweger und das Bockhorner Moor. Schlepps beklagte „eine Verhinderungsplanung“.
Die Landwirte seien auf die intensive Bewirtschaftung und demzufolge auf Entwässerungsmaßnahmen angewiesen, um eine angemessene Futterqualität und die gesellschaftlich erwünschte Weidehaltung zu realisieren, so der Ammerländer Landvolkverband in einer Pressemitteilung. Viele Betriebe seien existenziell gefährdet, wenn der geplante Entwurf in dieser Form umgesetzt werde.
Manfred Gerken, Vorsitzender des Ammerländer Landvolkverbandes, forderte Landwirte und Grundeigentümer auf, jetzt im Beteiligungsverfahren ihren Protest und ihre Einwände zu formulieren. Dabei drängt allerdings die Zeit: Nur wer fristgemäß bis zum 14. November seine Stellungnahme an das Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium, Referat 303 – Raumordnung, Calenberger Straße 2, 30169 Hannover, sendet, könne gegebenenfalls später den Rechtsweg beschreiten. Eine Fristverlängerung ist laut Landvolk beantragt. Wichtig sei, deutlich zu machen, wenn aufgrund von Bodenbearbeitungsmaßnahmen Flächen bereits keine Schutzwürdigkeit mehr haben. Grundlage für die Festsetzung seien bereits mehr als 50 Jahre alte Daten des Landesbergamtes. Das Beteiligungsverfahren bietet die Möglichkeit, den Bestand an schutzwürdigen Flächen zu aktualisieren und damit zumindest eine deutliche Verkleinerung des Vorranggebietes zu erreichen. Der Ammerländer Landvolkverband führe derweil intensive Gespräche mit der Politik, da der Entwurf auch noch den Landtag passieren müsse.
