Bad Zwischenahn/Varel/Zetel - „Bauern in Deutschland brauchen ein dickes Fell oder ein Übermaß an Toleranz.“ Hart ins Gericht ging Manfred Gerken, frisch im Amt bestätigter Vorsitzender des Ammerländer Landvolkverbandes, zu dem auch Varel und die Friesische Wehde gehören, am Mittwoch mit Politik und Kirche.

Aufforderungen aus diesen Kreisen zum Produktions- und Exportverzicht zeugten von der Unwissenheit der „Ratgeber“, sagte er auf der Generalversammlung in Bad Zwischenahn, zu der auch Ammerlands stellvertretender Landrat Rüdiger Kramer, Bürgermeister oder ihre Stellvertreter aus allen beteiligten Kommunen sowie Vertreter weiterer Organisationen und Unternehmen gekommen waren. Gerken: „Wenn wir weniger produzieren, saugen wir das aus aller Welt ab.“ Hungernden Bauern in Paraguay sei dadurch nicht geholfen.

Vielmehr hätten gerade die Bauern auf „Gunststandorten“ die Pflicht, für die Welternährung zu sorgen. Politisch gehe es derzeit aber allein um eine „Verhinderungspolitik“: weniger produzieren und keine neuen Ställe.

Hinzu käme, dass die Politik ständig neue Forderungen und Auflagen habe. Er prangerte den „Generalverdacht gegen Landwirte“ und einen „Kontrollstaat hoch zehn“ an. Zumindest in einem Punkt wünsche er sich deshalb eine Agrarwende: „Bei der Bürokratie möchte ich die alten Zeiten wieder haben.“

Neben dem Vorsitzenden Manfred Gerken wählten die Anwesenden in den Gesamtvorstand: Curt von Seggern (Wiefelstede), Frerk Wemken (Bad Zwischenahn), Fred Eilers (Rastede), Ingo Lüers (Apen), Manfred Säfken (Zetel), Jürgen Rathkamp (Varel) und Klausjan Meinen (Bockhorn). Ausgeschieden sind Heiner Eilers (Bockhorn) und Claus Tönjes (Zetel). Geehrt wurden zudem der frühere Geschäftsführer Hans-Jürgen Schröder (40 Jahre), Holger Schliep (30 Jahre) und Rolf Kruse (20 Jahre).