LANDWEHR - Das mittlere Delmetal bleibt ein tiefer Graben – mit der unteren Naturschutzbehörde auf der einen Seite und auf der anderen den Landwirten, die sich vom dort geplanten Landschaftsschutzgebiet in ihrer Existenz bedroht sehen. Den Versuch, eine Brücke zu bauen, unternahmen Kreistags- und Ganderkeseer Ratsmitglieder der FDP am Mittwochabend bei einem Informationsbesuch auf dem Hof von Volker Schmidt in Landwehr, der von der Unterschutzstellung stark betroffen wäre.
Unmut geäußert
Aber nicht er allein: Ein gutes Dutzend Bauern aus dem Grenzbereich der Gemeinden Ganderkesee und Prinzhöfte nutzte die Gelegenheit, um noch einmal Sorgen und Unmut zu äußern. Georg Schinnerer von der unteren Naturschutzbehörde hatte einen schweren Stand, aber mit dem 1. Kreisrat Rolf Eilers auch einen Mitstreiter aus der Kreisverwaltung, der die Pläne verteidigte: „Ich kann die Landwirte verstehen, aber wir haben als untere Naturschutzbehörde auch noch andere Aufgaben zu beachten.“Nun müsse man „gucken, dass man einen Kompromiss hinkriegt.“
Zeit dafür ist zunächst bis zum 27. Oktober. Dann soll dem Kreis-Umweltausschuss die überarbeitete Planung für die Anmeldung des mittleren Delmetals als FFH-Gebiet (Flora, Fauna, Habitat) bei der EU vorgelegt werden. Dann folgt erneut eine öffentliche Auslegung, so dass die Anlieger Gelegenheit haben, noch einmal ihre Bedenken und Anregungen zu äußern. „Wir sollten aufeinander zugehen“, appellierte FDP-Kreistagsfraktionschef Ernst-August Bode an alle Beteiligten und versprach, dass „wir der Verwaltung auf die Finger gucken“.
Der größte „Juckepunkt“ (Eilers) ist aber noch nicht aus der Welt: Die Naturschutzbehörde will an der sogenannten Schutzzone II festhalten, die als eine Art Puffer das eigentliche Landschaftsschutzgebiet erweitert: „Wir müssen dort die Lebensräume sichern“, betonte Schinnerer.
Angst vor „Krebsgeschwür“
In dieser Zone jedoch liegen landwirtschaftliche Grünflächen, die nach den dann geltenden Bestimmungen nicht mehr verändert werden dürften. „Ich möchte den Boden da aber vielleicht mal umbrechen, weil ich Mais ansäen will“, verdeutlichte Volker Schmidt die Sicht der Landwirte, die unzumutbare Einschränkungen ihrer Betriebe fürchten. Herbert Breithaupt (Gut Holzkamp) glaubt gar, dass er „bei diesen Auflagen einen Großteil meiner Milchwirtschaft nicht aufrecht erhalten kann.“ Und Annalene Meyer (Klein Henstedt) hat einfach „Angst, dass dieses Krebsgeschwür immer weiter wächst“.
