Elisabethfehn - Die Debatte um die Todesursache der rund 100 verstorbenen Fische im Elisabethfehnkanal vom November vergangenen Jahres (die NWZ  berichtete) erhitzt weiter die Gemüter am Kanal.

Jetzt hat sich mit Michael Lucassen ein Landwirt zu Wort gemeldet. Die weiter im Raum stehenden Vorwürfe, die Fische seien durch Verunreinigung des Wassers mit Gülle verstorben, kann er nicht nachvollziehen. Wasserproben hätten keine Rückschlüsse auf irgendwelche Schadstoffe zugelassen, sagt Lucassen. „Damit wurden die angrenzenden Landwirte ohne konkrete Hinweise unter Generalverdacht gestellt.“

Im Januar seien die Behörden zu dem Ergebnis gekommen, dass kein Fremdverschulden in Frage komme. „Dies hätte man auch von vornherein ausschließen können, da zum Zeitpunkt des Fischsterbens die Ausbringung von Gülle aufgrund der durch starke Regenfälle gesättigten Böden weder möglich noch sinnvoll gewesen wäre“, so der Landwirt weiter.

„Als Anwohner und Landwirt ist man seit jeher darauf bedacht, die umliegenden Gewässer zu schützen. Dazu gehört, ausreichend Abstand zum Gewässerrand zu halten, das bodennahe Ausbringen der Gülle mit einem Schleppschuhfass sowie die Ausbringung nur bei passender Witterung und entsprechendem Zustand des Bodens durchzuführen.“ Dies treffe auf alle am Kanal anliegenden Landwirte zu.

„Dass nun Herr Lorentschat uns Landwirte in seinem Leserbrief vom 16. Januar erneut als Sündenböcke für das Fischsterben hinstellt, macht uns nicht nur sauer, sondern auch traurig“, sagt Lucassen. „Anstatt eine neue pauschale Verurteilung in den Raum zu stellen, sollte Herr Lorentschat bitte dem Urteil der Experten vom Wasserwirtschaftsamt glauben und sich vor weiteren Anschuldigungen bei den anliegenden Landwirten informieren“.


Nach Ansicht des Landwirtes neigten viele Verbraucher momentan dazu, lieber einseitigen Medienberichten zu glauben, als sich vor Ort bei den Landwirten zu informieren. „Wir sind jederzeit gerne bereit, auf Fragen zu antworten und das reale Bild der Landwirtschaft zu vermitteln, ganz nach dem Grundsatz: Redet mit uns, nicht über uns.“