Ganderkesee - Überflutete Wiesen, randvolle Gräben: Die Niederschläge der vergangenen Wochen und der gesättigte Boden sind in der Gemeinde an mehreren Orten nahe der Delme, der Welse und im Hohenbökener Moor deutlich zu sehen. Derart problematisch wie im benachbarten Wildeshausen, wo das Überlaufen der Hunte mit Sandsäcken verhindert und Radwege gesperrt wurden, ist es jedoch nicht.

„Es läuft noch alles fließend“, erklärte Heiko Stubbemann vom Ochtumverband in Harpstedt am Freitag der NWZ. Vor ein paar Tagen seien zwar in einer Nacht 27 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, aber das Delme-Rückhaltebecken in Adelheide habe noch nicht geöffnet werden müssen.

Auch Landvolkvorsitzender Cord Wübbenhorst bestätigte, dass es „großflächig keine Probleme“ gebe – überflutete Wiesen seien vereinzelte Ausnahmen. Angesichts der vielen Niederschläge sei es aber wichtig, dass Grundstückseigentümer ihre Gräben pflegen, weil diese sonst schneller überlaufen. Im schlimmsten Fall stehe dann das Wasser für Wochen auf den Feldern und ersticke Gräser und Getreide. „Das ist so, wie wenn wir den Kopf unter Wasser hält“, veranschaulichte Wübbenhorst.

Vor allem in der Grünlandbewirtschaftung müssten energiereiche Gräser geerntet werden, um den Tieren energiereiche Nahrung geben zu können, so Wübbenhorst. Die hochwertigen Gräser seien gegenüber Staunässe aber sehr empfindlich: „Die sterben schnell, wenn ihnen der Sauerstoff abgedrückt wird.“

Für die Landwirte stellen die nassen Böden bislang noch keine Probleme dar, wie Volker Schmidt berichtet. Zwar könne man durchaus im Februar bereits mit dem Düngen beginnen, aber das gehe auch noch im März. „Das wäre jetzt nicht sinnvoll, die Gülle muss in den Boden einziehen können“, betont der Landwirt aus Landwehr.


„Dass es im Februar nass ist, damit muss man rechnen“, sagt er. Und das sei auch gut: Das Wasser ziehe mit der Zeit in den tieferen Boden ein, „und da soll es auch hin. Wenn es eine Woche nicht regnet, geht das ganz schnell.“

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion