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Ernährungssicherheit Landwirte kämpfen um die weitere Nutzung ihrer Flächen

Die Landwirte fordern eine schnelle Entscheidung zur weiteren Flächennutzung. Denn die Aussaat müsse jetzt vorbereitet werden.

Die Landwirte fordern eine schnelle Entscheidung zur weiteren Flächennutzung. Denn die Aussaat müsse jetzt vorbereitet werden.

dpa

Landkreis - Die niedersächsischen Landwirte appellieren eindringlich an die Bundesregierung, die weitere Nutzung von Flächen zu erlauben, die eigentlich ab 2023 stillgelegt werden sollen. Eine von der EU-Kommission kürzlich vorgeschlagene Ausnahmeregelung müsse mit Blick auf die Ernährungssicherheit von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) umgehend umgesetzt werden, fordert unter anderem der Kreislandvolkverband Oldenburg.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte bereits Anfang der Woche signalisiert, dass sie die Vorschläge aus Brüssel unterstützt. Und die Zeit drängt aus Sicht der Landwirte: „Die Natur gibt uns ein Zeitfenster zur Aussaat vor, an dem auch keine Verordnung etwas ändert“, erklärt Kreislandvolk-Vorsitzender Detlef Kreye (Großenkneten). „Dieses Zeitfenster schließt sich jetzt!“

„Schnell entscheiden“

Nach einer Vorgabe der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU sollten Landwirte ab 2023 vier Prozent ihrer Flächen stilllegen. Nun aber hat die EU-Kommission angeboten, dass diese Flächen vorübergehend weiter für die Nahrungsmittelerzeugung genutzt werden könnten. So sollten Ernteausfälle durch Dürren und den Ukraine-Krieg kompensiert werden. In mehreren EU-Ländern wurde diese Empfehlung schon umgesetzt. Deutschland müsse jetzt schnell folgen, fordert Kreye. „Die Entscheidung duldet keinen Aufschub, weil die Landwirte allerspätestens jetzt die Stoppeln bearbeiten, Saatgut ordern und bestellen müssen.“

Die Landwirtschaft richte sich nach Jahreszeiten und Wetter aus, „nicht nach dem Datum politischer Beschlüsse“. Die weltweiten Getreidevorräte reichten nur noch für weniger als 130 Tage. Gleichzeitig müssten 850 Millionen Menschen rund um den Globus hungern, diese Zahl werde sich noch weiter erhöhen, befürchtet das Landvolk.

„Zu viel verfüttert“

„Es gibt keinen Getreidemangel“, sagt indes Frank Poppe vom Bündnis Mensch Natur Umwelt im Oldenburger Land (MUT). Allerdings werde zu viel Getreide an Vieh verfüttert, kritisiert er. „67,1 Prozent der Getreideverwendung 2020/2021 wurden in Deutschland als Tierfutter eingesetzt und gingen in die Energie.“ Auf den dafür verwendeten Flächen sollten stattdessen Lebensmittel für Menschen angebaut werden. Nach Ansicht des Bündnisses wolle „eine an ihr Ende gekommene (...) Intensivierung der Landwirtschaft um jeden Preis durch den Ukraine-Krieg eine fröhliche Wiedergeburt feiern“.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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