Bockhorn/Friesland - Zu ihrer jährlichen Bezirksversammlung haben sich die Mitglieder des Landvolkverbands aus dem Bezirk Friesland am Dienstag im Hotel Hornbüssel getroffen. Zu den Gesprächsthemen gehörten Berichte aus dem Verbandsgeschehen, die Landwirte betreffende aktuelle politische Ereignisse und natürlich die Marktlage.
„2014 war ein hervorragendes Jahr für die Landwirte, von der Einsaat bis zur Ernte hat das Wetter mitgespielt, und alles hat wunderbar geklappt“, freute sich Vorstandsmitglied Hartmut Kaempfe. Er bedauere aber, dass „politische Entscheidungen die tägliche Arbeit erschweren und Handelsketten die Preise drücken“.
Der Vorsitzende des Ammerländer Landvolkverbands Manfred Gerken brachte es auf den Punkt: „Die Getreidepreise sind abgestürzt und beim Fleisch sieht das nicht viel anders aus, so reagiert der Markt bei einem guten Jahr.”
Aber auch die Situation in Russland spiele ein Rolle. „Deutsche Produkte sind dort sehr begehrt, ich hoffe, dass Putin die Einfuhrverbote deshalb bis Weihnachten ändert“, sagte Gerken. Und weiter: „So wie es jetzt aussieht, erwarten wir im Januar Milchpreise von 28 Cent, doch um einigermaßen Leben zu können, brauchen wir etwa 35 bis 40 Cent.“ Ähnlich sei es bei der Schweinemast, die heute schon oft ein Zuschussgeschäft sei.
Weiteres Thema war die Zusammenarbeit des Landvolks mit der Landesregierung. „Das geht nicht so einfach, wie die in Hannover sich das vorstellen. Was in fünfzig Jahren gewachsen ist, kann man nicht einfach von heute auf morgen über den Haufen werfen“, war das Statement zur geplanten Änderung des Landes-Raumordnungsprogramms mit der geplanten Ausweisung von Moorschutzgebieten. Landwirte fürchten Enteignung.
Als Gäste von der Landwirtschaftskammer stellten Renko Eilts und Uwe Ralle weiterhin neue EU-Regelungen für die Landwirte, Flächennutzung im Umweltinteresse, die Novellierung der Brennverordnung, Anlage von Blühstreifen, Sachkunde Pflanzenschutz und die Änderungen bei der Düngeverordnung vor. Geschäftsführer Thorsten Jan-Dirk Cordes berichtete aus dem Verbandsleben. Öffentlich haben sich die Landwirte in diesem Jahr am Zukunftstag beteiligt, am Tag des offenen Hofes sowie an diversen Schulprojekten.
Hartmut Kaempfe informierte über seinen Besuch der Gelb-Veranstaltung zum Thema „Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung“ (NWZ berichtete) und appellierte an seine Kollegen: „Leute, übertreibt es nicht.“
