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LANDWIRTSCHAFT „Der Milchpreis bleibt weiter ein trauriges Thema“

Von Hauke Fooken

Frage:

Am Wochenende wurde in vielen Kirchen das Erntedankfest gefeiert. War es auch für Sie ein Grund zum Feiern?

Mönnich:

Teils, teils. Es steht außer Frage, dass wir aufgrund der am Ende guten Witterungsverhältnisse eine ordentliche Futtermenge einfahren konnten. Viermal haben wir in diesem Jahr Silo gefahren, ein fünfter Schnitt soll noch folgen. Auch die Maisernte dürfte gut ausfallen . . .

Frage:

. . . und wo drückt den Bauern der Schuh?

Mönnich:

Als Milchviehhalter kann ich mit dem Milchpreis absolut nicht zufrieden sein. Die 32 Cent, die im Moment für den Liter gezahlt werden, reichen eben nicht, um die Kosten zu decken. Zwar ist der Milchpreis – auch als Folge des Milchboykotts – um ein paar Cent gestiegen, aber die Ausgaben für Energie, Futter und Dünger sind ebenfalls nach oben geklettert. Insofern ist das weiterhin ein trauriges Thema.

Frage:

Gibt es Aussicht auf Besserung?

Mönnich:

Kurzfristig eher nicht. Soweit ich informiert bin, wird die Milchquote in der Europäischen Union derzeit nicht ganz ausgeschöpft. Auf dem Markt ist die Nachfrage nach Milch, nach Milchprodukten nicht groß genug. Weshalb es für mich wenig gibt, was auf steigende Milchpreise hindeutet. Hinzu kommt, dass mancher Lebensmittelhersteller während des Milchboykotts tierische Fette – sie werden eben auch aus der Milch gewonnen – gegen pflanzliche Fette ausgetauscht hat. Überdies führt die aktuelle Dollarschwäche dazu, dass asiatische Abnehmer von Milchprodukten verstärkt auf dem US-amerikanischen Markt einkaufen. Die hiesigen Milchbauern haben so das Nachsehen.

Frage:

Ab 2015 gehört die Milchquote der Vergangenheit an. Was kommt da auf die Wesermarsch-Bauern zu?

Mönnich:

Ich muss optimistisch sein. Letztlich operieren wir ja schon jetzt mit Preisen, die sich am Weltmarkt orientieren. Der Wettbewerb dürfte sich allerdings noch verschärfen. Viele Landwirte stellen sich darauf ein, indem sie ihre Viehbestände vergrößern und die Betriebe mit viel Geld modernisieren. Darin liegt sicherlich eine Chance. Ob dies für die landwirtschaftliche Struktur insgesamt gut ist, muss jeder für sich entscheiden.
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