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– Eine glänzende Zukunft sieht Philip Freiherr von dem Bussche für den Agrarbereich voraus. Der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hält die Land- und Ernährungswirtschaft angesichts einer rasant wachsenden Weltbevölkerung und dem damit einhergehenden Bedarf an Lebensmitteln für die kommende Wachstumsbranche schlechthin.Angesichts des derzeitigen dramatischen Wandels durch die EU-Agrarreform und sinkender Erzeugerpreise müssten aber neue Konzepte entwickelt werden, um zunächst die Gegenwart zu meistern.
„Die Landwirtschaft als hochmoderne Old Economy wird in einigen Jahren wesentlich besser dastehen“, sagte von dem Bussche bei dem Forum der Oldenburgischen Landesbank AG (OLB) im „Ostfriesen-Hof“ in Leer vor rund 400 Zuhörern. Trotz des Zwangs zu größeren betriebswirtschaftlichen Einheiten angesichts der Globalisierung hält er den Familienbetrieb langfristig für durchaus konkurrenzfähig. „Family-value“sei wesentlich flexibler und effizienter als „shareholder-value“ – also als börsennotierte Unternehmen, die vor allem dem Wohl der Aktionäre verpflichtet seien.
Der DLG-Präsident betonte, dass die Entwicklung des Agrarbereichs in den vergangenen Jahrzehnten rasant, aber von der Gesellschaft weitgehend unbemerkt erfolgt sei. So habe der Einsatz von immer mehr Technik und Kapital bei der Bewirtschaftung der Höfe durch stetig sinkende Preise für und steigende Qualitäten der Lebensmittel einen hohen Wohlfahrtsgewinn gebracht. „Das ist aber auch das Dilemma. Die Landwirte werden immer besser, bekommen aber immer weniger Geld für ihre Produkte“, so von dem Bussche.
