Wüsting - Draußen auf dem Messegelände der Agrar- und Freizeitmesse „Landtage Nord“ herrscht am Montagnachmittag Rummelplatzstimmung: Besucher begutachten große Landmaschinen, stöbern in Fachbüchern und gönnen sich eine Zuckerwatte. Drinnen im Festzelt trat die Agrarwirtschaft hingegen in den Hintergrund. Vor großem Publikum gingen große und kleine Models über den Laufsteg. Bereits zum neunten Mal lud die Firma „Mode W“ aus Elsfleth zur Modenschau ein.

Neben alten Hasen wie Nico Reuter (18), der bereits zum achten Mal dabei war, ging auch Neuling Lena Suhr (18) auf den Laufsteg. „Am Anfang war ich schon aufgeregt“, gesteht sie. „Aber hier sind alle ganz locker und es macht viel Spaß, da war die Aufregung schnell weg.“ Reuter verrät den Trick, um vor so großem Publikum nicht nervös zu werden: „Ich suche mir immer Leute im Publikum, die ich kenne, und schaue die dann an. Dann ist das kein Problem.“

Doch was hat eine Modenschau auf einer Landwirtschaftsmesse zu suchen? „Wir versuchen hier, den normalen Freizeitbesuchern die moderne Landwirtschaft näher zu bringen“, so Organisatorin Ute Thümler über die Agrar- und Freizeitmesse „Landtage Nord“, die bereits zum neunten Mal in Wüsting stattfand. Das Konzept mit einer Mischung aus Landwirtschaft, Freizeit, Haushalt und Garten komme gut an. Thümler war sich am Montag sicher, die 70 000-Besucher-Marke vom Vorjahr wieder erreicht zu haben.

Freizeitbesucher an die Landwirtschaft heranführen bedeutet: Vorführungen und Führungen. So konnten die Besucher zum Beispiel die Biogasanlage am Messegelände besichtigen. Ein Highlight für die Kinder war laut Thümler die Schafschur: „Die Kinder durften die Schafe vor und nach dem Scheren anfassen und waren alle hin und weg“, erzählt sie.

„Wir hatten wieder super Wetter, und die Aussteller und Besucher sind zufrieden“, resümiert Thümler die erfolgreichen Messetage.


Mathias Kienemann kann das nur bestätigen: „Wir sind zufrieden, die Messe war sehr gut besucht“, fasst er zusammen. Es habe eine hohes Interesse an den alternativen Stromquellen gegeben, die seine Firma VWA vermittelt. „Die Leute kommen mittlerweile gezielt an die Stände, um sich über das Angebot zu informieren“, berichtet er. Sogar aus Bayern seien manche extra angereist.

Auch Dirk Buss von der Firma Hebo Beton aus Oldenburg bestätigt: „Das Fachpublikum wird wieder mehr. Die Leute suchen gezielt bestimmte Aussteller auf."

Ralf Kröger, Inhaber von Kröger Gartentechnik, ergänzt: „Selbst der Regenschauer am Sonntag hat dem Besucherandrang keinen Abbruch getan.“ Er gab den Besuchern Tipps zum Umgang und zur Pflege von Gartengeräten wie Kantenschneidern und Kettensägen.

Im Zelt von Onken Betriebsbedarf gab es hingegen andere Vorführungen: „Wir zeigen den Besuchern zweimal am Tag, wie man einen Defibrillator benutzt“, erklärt Mirco Onken. Das Angebot würde sehr gut angenommen.

Gut zufrieden zeigte sich auch Rolf Hagestedt vom Landmaschinenhandel Hagestedt & Menkens. „Das Interesse der Besucher ist da, jetzt müssen wir abwarten, was draus wird.“