Jever - Eigentlich heißt er ja Friedrich Hinrichs. „Aber alle kennen mich nur unter Fritz“, sagt Hinrichs und schmunzelt. „Sagen Sie auch ruhig Fritz.“ Gut: An diesem Donnerstag, 26. Januar, wird Fritz Hinrichs aus Jever 95 Jahre alt.
Gefeiert wird mit seinen Verwandten. „Und meinem ehemaligen Kegelclub – ich liebte Kegeln.“ Vielleicht sogar fast so sehr wie die Landwirtschaft. Hinrichs wurde nämlich als Sohn eines Landwirts in Minsen geboren und wuchs mit einem Bruder und einer Schwester auf dem Bauernhof Grünhaus bei Hohenkirchen auf. Später wurde er dann selbst Landwirt.
1941 wurde Hinrichs dann eingezogen und kämpfte im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront. Zweimal wurde Hinrichs verwundet, einmal am Fuß, ein Granatsplitter traf ihn mitten im Gesicht. „Sieht man aber kaum noch.“ Ein halbes Jahr war er dann in Gefangenschaft, dann konnte er sich auf den Heimweg zu Maria machen, seiner Freundin, die er dann 1946 heiratete.
Hinrichs machte sich dann als Landwirt selbstständig, betrieb einen Hof in der Sietwendung bei Jever (1951 bis 1956), danach einen Hof in Annenburg (1956 bis 1968). Dann zog er mit seiner Familie auf einen Hof in Grappermöns, den er bis 1985 bewirtschaftete – dann gab es eine Auktion, die den Hof auflöste.
Heute lebt Hinrichs in einem Haus in Sandelerburg gemeinsam mit seiner Familie. Bis vor einiger Zeit lebten sogar alle drei Generationen mit im Haus – Hinrichs hat fünf Urenkel. Einige sind zwar inzwischen ausgezogen, „schade“, findet Hinrichs. Aber Bilder an der Wand zeigen die Familienmitglieder, so dass sie immer bei ihm sind.
Andere Bilder erinnern an seinen Hof und an die Auflösung. „Die Auflösung vergesse ich nie“, sagt er traurig. „Landwirtschaft war alles für mich – und das bleibt auch bis heute so.“
