Oldenburg - Die Aufgabe ist gigantisch: Bis zum Jahr 2018 sollen nach dem Wunsch der Bundesregierung alle Haushalte mit einem schnellen Internetzugang (50MBit/s) versorgt werden – ein Projekt, das allein in Niedersachsen auf ein Investitionsvolumen von bis zu einer Milliarde Euro geschätzt wird.
Nach Meinung der Experten des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Oldenburg ist das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung gefährdet, weil es nicht genug Fachkräfte für den dazu notwendigen Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln gibt. Zu erreichen sei dieses Ziel nur, wenn mehr Geld in die Ausbildung von Fachkräften investiert werde.
BFE-Vorstandsvorsitzender Günter Knaupmeier sowie Direktor Thorsten Janßen und der Bereichsleiter für Gebäude- und Informationstechnik, Rainer Holtz, stellten am Mittwoch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Krogmann ein Konzept für die Fachkräfteausbildung vor.
Die Oldenburger Fachleute verwiesen auf ein von ihnen entwickeltes bundesweit einmaliges Pilotprojekt, um das Thema in die Berufsausbildung zu integrieren. Die Initiative könne jedoch nur erfolgreich sein, wenn Bund und Länder entsprechende Finanzmittel bereitstellten.
Lies unterstrich anschließend die Bedeutung des schnellen Internets für alle Haushalte. Dabei gehe es nicht um oberflächlichen Luxus, sondern um wichtige Fragen der wirtschaftlichen Existenz und Konkurrenzfähigkeit.
Ein flächendeckendes Glasfasernetz sei eine elementare Grundversorgung für Familien und Unternehmen – und auch für das Gesundheitswesen und den Wohnungsmarkt ein wichtiges Thema.
Niedersachsen sei mit seinen Forschungszentren in dieser Frage gut aufgestellt und könne eine führende Rolle für ganz Deutschland beim Breitbandausbau wahrnehmen. Der notwendige Netzausbau sei auch für die Kommunen eine große Herausforderung.
Lies warnte davor, sich bei den anstehenden Aufgaben in Sackgassen zu verirren: „Wir müssen darauf achten, dass die Glasfaseranschlüsse so ausgestattet sind, dass sie weitere Entwicklungen erlauben. Die Technik bleibt schließlich nicht stehen.“
