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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Langfristig gute Perspektiven für Milchviehhalter

05.11.2015

Oldenburg Die deutschen Milchbauern machen zurzeit schwierige Zeiten durch. In den vergangenen Monaten sind die Erzeugerpreise von 37 Cent je Kilogramm Milch um knapp zehn Cent gefallen. Mittel- und langfristig seien die Perspektiven für Milchproduzenten aber gut. Darin waren sich die Experten am Mittwoch bei einer Tagung für Junglandwirte im Werk Edewecht des Deutschen Milchkontors (DMK) einig.

„Der prägende Megatrend ist die Globalisierung der Agrarmärkte“, sagte Prof. Dr. Bernhard Brümmer, Inhaber des Lehrstuhls Landwirtschaftliche Marktlehre an der Universität Göttingen, auf der Veranstaltung, die u.a. von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, der Landjugend und den Junglandwirten Niedersachsen organisiert wurde.

In dieser globalisierten Welt gebe es auf der Nachfrageseite einige Entwicklungen, die auch die hiesigen Milchproduzenten optimistisch für die Zukunft stimmen könnten: Die Weltbevölkerung und damit auch die Nachfrage werde weiter steigen. Die Einkommen würden weltweit, aber insbesondere in Asien, zunehmen. Zugleich gebe es dort eine „Verwestlichung der Ernährungsgewohnheiten“, was auch einen Trend zu teureren Lebensmitteln bedeute.

Zugleich wies Brümmer darauf hin, dass auch auf die Landwirte selbst Veränderungen zukommen würden. „Die Akzeptanz gesellschaftlicher Erwartungen wird zum Standortfaktor“, sagte er. Das Thema Transparenz werde weiter an Bedeutung gewinnen.

Mit Blick auf die Turbulenzen bei den Milchpreisen sagte der Agrarexperte: „Schwankende Preise werden wir auch künftig haben.“ Und hier sei mit Blick auf das Risikomanagement erst einmal der Unternehmer gefragt.

In die gleiche Kerbe schlug auch Sönke Voss, in der Geschäftsführung der größten deutschen Molkereigenossenschaft DMK (Zeven) zuständig für die Bereiche Logistik und Einkauf. „Die Perspektive für Milcherzeuger sind tendenziell gut, die Milchpreise werden jedoch auch künftig schwanken“, sagte er.

Da die heimischen Märkte gesättigt seien, komme dem Export und der Erschließung neuer Märkte eine Schlüsselrolle zu. „Die europäischen Milcherzeuger brauchen den Weltmarkt“, betonte Voss.

Kurzfristig zeigte sich Voss allerdings skeptisch, was eine Erholung der Preise angeht. „Die Gegenwart ist alles andere als berauschend“, sagte er. Das Milchangebot sei deutlich gestiegen. Gleichzeitig sei die Nachfrage etwa durch das Russland-Embargo zurückgegangen. Zudem sei der wichtige Käsemarkt durch eine massive Ausweitung der Produktion vor allem in den Niederlanden unter Druck geraten.

Dass nicht alle Bereiche am Milchmarkt von dem Preisverfall der vergangenen Monate betroffen waren, zeigte Heiko Effe, Vorstand der Bio-Milch-Erzeuger-Gemeinschaft Nord, auf. Bei Bio-Milch seien die Preise nahezu konstant bei 48 Cent je Kilogramm geblieben. „Es ist ein absolutes Novum, dass wir das Niveau halten konnten“, sagte er.

Er führte dies vor allem auf eine andere Marktlage bei Bio-Milch zurück. Einerseits sei die Nachfrage in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Andererseits habe das heimische Angebot damit kaum mithalten können, weshalb Bio-Milch auch heute noch im großen Stil importiert werde. „Es ist also noch Potenzial da“, sagte Effe.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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