Fedderwardersiel - „Seit 14 Jahren in Folge bieten wir unsere Vortragsreihe an, und stets ist Professor Dr. Kurt Zimmer unser Referent“, freute sich Dr. Marlene Laturnus, Vorsitzende des Fördervereins des Nationalpark-Hauses und Museums Butjadingen.
Dieses Mal ging es um die Erkrankungen Demenz, Alzheimer und Parkinson. In Deutschland leiden rund 300 000 Menschen über 60 Jahren an der Parkinsonkrankheit und fast 900 000 an einer Alzheimer Demenz – Tendenz steigend. Das ist eine Folge der höheren Lebenserwartung.
Drei Formen
„Es gibt inzwischen zwar Verfahren, eine Altersdemenz frühzeitig zu erkennen, allerdings ist eine Therapie noch nicht möglich“, sagte der Bochumer Mediziner, der vor seinem Ruhestand als Chirurg tätig war. Zudem ist er Diplom-Sportlehrer und verfasst Gesundheitsbroschüren.
Er stellte die drei Formen der Demenz vor: Die Alzheimer-Erkrankung, die nicht nur Ältere treffen kann, die gefäßbedingte Demenz, der eine Störung der Gehirndurchblutung vorausgeht, und die Demenz in Verbindung mit Parkinson. Auch die mit übermäßigem Alkoholgenuss verbundene demenzielle Erkrankung erläuterte er.
Der Professor prüfte sein Publikum mit dem „Uhrentest“. Damit können Ärzte und Therapeuten eine beginnende Demenz erkennen. Der Referent gab seinen Zuhörern einen Zettel in die Hand, denn gesunde Menschen können die Ziffern und die Uhrzeit eintragen, während an Demenz erkrankte Personen daran scheitern.
„Es ist eine langsame Reise in das Vergessen“, schilderte Kurt Zimmer. Mögliche Warnzeichen seien verminderte Gedächtnisleistung, zeitliche und räumliche Orientierungsprobleme, Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen im Alltag und Sprachfindungsstörungen. Wenn die Demenz fortschreite, könnten Stimmungs- und Verhaltensänderungen aufkommen, die mit einer eingeschränkten Urteilsfähigkeit verbunden seien.
Lebensqualität erhalten
Im Frühstadium versuchten die Erkrankten, ihre Demenz zu leugnen und fänden viele Ausreden, um ihr Selbstwertgefühlt zu erhalten, erklärte der Referent. Später kämen der Verlust der Sprache sowie der Emotionen hinzu.
Angehörige von Betroffenen sollten bei der Betreuung sehr viel Geduld aufbringen, erläuterte der Mediziner. Medikamente könnten das Fortschreiten der Demenz lediglich verlangsamen. Als therapeutische Maßnahme empfahl er die Förderung der körperlichen und geistigen Beweglichkeit der Patienten. Denn Übungen in der Gedächtnisschulung und in der Feinmotorik wie Musizieren, Singen, Malen und Tanzen helfe den an Demenz Erkrankten, ihre Lebensqualität länger zu erhalten.
