LANGWARDEN - Gemäß Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Jade-Weser-Ports sollte das unter den beteiligten Organisationen abgestimmte Konzept für die Realisierung der im Langwarder Groden festgelegten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen bis Ende 2007 vorliegen. In der Tatsache, dass dieser Termin nicht nur nicht eingehalten wurde, sondern die Konzeption immer noch nicht abgeschlossen ist, sieht der Förderverein Langwarder Groden seine Chance, den Großteil der Ausgleichsmaßnahmen im Groden noch verhindern zu können.
Laut Planfeststellungsbeschlüsse für den Jade-Weser-Port und zuvor auch bereits für Baumaßnahmen der Oldenburgischen Deichbände sollen circa 120 der 140 Hektar des eingedeichten Langwarder Grodens vernässt werden, damit dort neue Salzwiesen entstehen. Damit die Grodenflächen der Tidedynamik ausgesetzt werden, soll der Vordeich, auch Polder- oder Sommerdeich genannt, gänzlich geschliffen werden, so die Maßgabe der Planfeststellungsbehörde.
Erstes Zugeständnis
Im für die Aufstellung des Realisierungskonzepts gebildeten Arbeitskreis, dem, ebenfalls gemäß Anordnung der Planfeststellungsbehörden, Vertreter der Weser-Jade-Port-Gesellschaft, der Naturschutzverbände, der Nationalparkverwaltung, des Niedersächsischen Landesamt für Wasser-, Küsten- und Naturschutz sowie der Deichbände angehören, hat man sich auf einen Verzicht der gänzlichen Schleifung des Vordeiches geeinigt. Er soll nur noch an zwei Stellen auf einer Länge von 300 und 500 Metern geöffnet werden.
Unklar ist jedoch noch, wie und in welcher Form die Vernässung der Grodenflächen erreicht wird. Dazu wurden hydraulische Berechnungen in Auftrag gegeben, die demnächst vorliegen sollen.
Der erst im vergangenen Frühjahr gegründete, mittlerweile circa 150 Mitglieder starke „Förderverein Langwarder Groden – Erhalt unserer Heimat zwischen den Deichen“ kämpft insbesondere gegen eine gänzliche Schleifung oder Öffnung des Vordeiches. Zudem lehnt er einen Großteil der Vernässungsmaßnahmen (80 Hektar für den Jade-Weser-Port) ab. Dazu führen die Gegner dieser Maßnahme, die mittlerweile Unterstützung von der Gemeinde Butjadingen, von Landesministern und anderen Politikern erhalten haben, mehrere Gründe ins Feld.
Die geplanten Maßnahmen hätten negative Auswirkungen auf den Naturschutz,weil sowohl im Groden als auch im Weltnaturerbe Wattenmeer umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen werden müssten. Dadurch würden 35 Hektar Salzwiesen, gewachsene Bodenstrukturen und Brutflächen des EU-Vogelschutzgebietes zerstört.
Künftig Ödlandfläche
Probleme sieht der Förderverein auch für den Küstenschutz, weil wegen der erforderlichen Hauptdeichverstärkung am Langwarder Groden die Gelder für andere notwendige Küstenschutzmaßnahmen fehlen werden, sowie auch für den Tourismus, da die künftige Ödlandfläche für Spaziergänger längst nicht mehr so attraktiv sein werde, wie das jetzige touristische Kleinod mit seiner Tier-, Pflanzen- und Vogelwelt.
Neben den immensen Baukosten, die die Gegner auf über 20 Millionen Euro schätzen, und den noch nicht zu beziffernden Unterhaltungskosten, kritisiert der Förderverein insbesondere die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. 16 betroffenen Landwirte würden 45 Prozent ihrer Betriebsflächen verlieren und damit teilweise in ihrer Existenz bedroht.
veranstaltet der Förderverein Langwarder Groden am Sonntag, 11. Juli, ab 10.30 Uhr am Langwarder Groden (Deichauffahrt Fedderwarderdeich). Da es keinen Grund zum Feiern gibt, wird die Informationen im Mittelpunkt stehen. Der Förderverein wird an einem Informationsstand die geplanten Ausgleichsmaßnahmen und deren Folgen erläutern sowie seine erarbeiteten Alternativen vorstellen. Zudem gibt es um 13 und 15.30 Uhr Führungen durch den eingedeichten Groden.
Das Programm des Grodenfestes sieht zudem für 10.30 Uhr einen Feldgottesdienst mit Lektor Eilert Cornelius und dem Akkordeon-Ensemble Nordseekrabben, ab 11.30 Uhr Darbietungen der Nordseekrabben, für 14 Uhr eine „Ode an den Langwarder Groden“ von Udo Tölke, der von Ute Extra, Beate Hermenau und Charlotte Tölke begleitet wird, für 14.30 Uhr die Premiere des Grodenlieds von und mit Bernd Bultmann und ab 15 Uhr Musik mit der Band Lands End (Tim Reiners, Jeremiah Domingues, Tobias Peuker, Sören Kaethner, Vladimir Müller) vor.
Für die Kinder gibt es unter anderem eine Hüpfburg. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Zudem findet ein Preisausschreiben statt, bei dem als Hauptgewinn gegen 16 Uhr ein einwöchiger Aufenthalt für sechs Personen im Sunparcs Nordseeküste in Tossens verlost wird.
