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FRAGE:
Bei dem tragischen Unglück in Göttingen starben drei Ihrer Kollegen, Sprengmeister Tomas Hauschild wurde schwer verletzt. Wissen Sie, wie es Ihm geht?
HARMS
: Nach unseren Informationen ist er auf dem Weg der Besserungen, er ist ansprechbar und kann telefonieren. Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Opfern dieses tragischen Unglücks und ihren Familien.
FRAGE:
Gibt es in Fachkreisen Vermutungen, wie es zu der plötzlichen Explosion der Zehn-Zentner-Bombe in Göttingen kommen konnte?
HARMS
: Das ist schwer zu sagen. Bei den Langzeit-Zündern gibt es viele Unwägbarkeiten. Vermutlich hat sich der Schlagbolzen in dem Zünder der Bombe aus mir unbekannten Gründen gelöst. Dadurch könnte die Detonation ausgelöst worden sein.
FRAGE:
Hat das Unglück Konsequenzen für Ihre tägliche Arbeit?
HARMS
: Wir müssen uns natürlich Gedanken darüber machen, wie wir uns künftig in solchen Situationen verhalten. Letztendlich liegt die Entscheidung über die Vorgehensweise aber immer bei dem verantwortlichen Sprengmeister vor Ort. Man kann kein Handbuch schreiben, jede Situation ist anders.
FRAGE:
Wie gehen Sie persönlich mit dem Unfall um?
HARMS
: Ich kann mir schon vorstellen, dass sich der eine oder andere jetzt fragt, ob er das Risiko unseres Berufs eingehen will. Ich muss das alles jetzt erst einmal verarbeiten. Auch ich werde überlegen, ob noch weitere Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Mit Sicherheit wird es bei mir persönlich aber nicht so weit gehen, dass ich den Beruf an den Nagel hänge.
FRAGE:
Es ist bekannt, dass an der Küste, auf Wangerooge und bei Jever rund um den Fliegerhorst noch zahlreiche Fliegerbomben in der Erde vermutet werden. Wie groß ist die Gefahr für die Bevölkerung, dass ein solcher Blindgänger unkontrolliert explodiert?
HARMS
: Eine Selbstdetonation kommt höchst selten vor. Im Verhältnis zu der Zahl der Blindgänger ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls sehr, sehr gering. Aber sie ist nicht ausgeschlossen – das muss man deutlich sagen.