LATHEN/HANNOVER - Das internationale Interesse an der deutschen Magnetschwebebahn Transrapid führt in diesen Tagen Dutzende ausländische Gäste auf die Versuchsanlage in Lathen (Kreis Emsland). Doch für die Gäste aus den USA, die am Donnerstag die Anlage besuchten, sowie für die kommenden Delegationen aus Korea, Brasilien und der Schweiz gilt: nur gucken, nicht mitfahren. Grund: Besucherfahrten sind derzeit im Transrapid nicht erlaubt. Und im zuständigen niedersächsischen Wirtschaftsministerium sieht man sich außerstande, für ausländische Interessenten Sondergenehmigungen auszustellen – egal, wie ernsthaft ihre Kaufabsichten sein mögen.
Am 22. September 2006 war es auf der Anlage zu einem schweren Unfall gekommen, der 23 Menschen das Leben kostete, zehn Menschen wurden verletzt. Erst seit Ende Juli 2008 darf der Transrapid wieder im Emsland schweben, allerdings ohne „betriebsfremde Personen“ an Bord. Das gilt bis heute.
Besucherfahrten seien erst möglich, wenn ein entsprechender „Feststellungsbericht“des TÜV vorliege, teilte das Wirtschaftsministerium mit. „Dieser steht noch aus, wird aber im 1. Halbjahr dieses Jahres von uns erwartet“, sagte Ministeriumssprecher Christian Haegele der NWZ .
Der Betreiber der Lathener Teststrecke, die Industrieanlagen-Betriebs Gesellschaft (IABG), hält eine Mitfahrt von Besuchern unter bestimmten Umständen bereits jetzt für vertretbar, da Strecke und Zug bereits von Gutachtern geprüft worden seien. Diese hätten keine Bedenken geäußert. Es fehle lediglich der Feststellungsbericht. Die formale Abnahme von Strecke und Fahrzeug ist für den 27. Mai vorgesehen. Doch bis dahin sind alle ausländischen Interessenten wieder abgereist.
