LATHEN - Die Transrapid-Versuchsanlage im Emsland (TVE) bleibt vorerst weiter in Betrieb. Der Bund stellte jetzt weitere 1,5 Millionen Euro für die Magnetschwebebahn-Teststrecke in Lathen bereit, wie die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann mitteilte. Der Transrapid schwebt zunächst weiter, sagte die CDU-Politikerin aus Leer.
Die bisherige Finanzierung des Bundes hätte den Betrieb nur bis zum 22. Juli gesichert. Zwar ist laut Connemann im Haushalt 2011 ein Gesamtansatz von 5,95 Millionen Euro vorgesehen, der aber mit einer Haushaltssperre belegt ist. Die Zahlungen, von denen 3,5 Millionen Euro schon geflossen waren, sind unter anderem an die Vorlage eines Rückbaukonzepts für die Anlage gekoppelt. Ob und wann die Restsumme von rund einer Millionen Euro für die TVE fließt, hängt von weiteren Konkretisierungen des Rückbaukonzepts durch die Betreibergesellschaft IABG ab.
Zwar wird neben dem Rückbau auch ein Weiterbetrieb oder der Umbau in ein Forschungszentrum für Elektromobilität diskutiert. Dafür bedarf es aber konkreter Anwendungsstrecken für den Transrapid. Zuletzt waren vor allem Projekte auf Teneriffa und Brasilien im Gespräch.
Für den in Brasilien geplanten Hochgeschwindigkeitszug Trem-Bala, der auf einer Strecke von 511 Kilometern Campinas, Sao Paulo und Rio de Janeiro verbinden soll, ist eine Entscheidung indes erneut verschoben worden. Nach dem Ausbleiben von Bieterofferten soll nun im Oktober der erste Teil der Ausschreibung für Technologie und Betreiber veröffentlicht werden. Die Ausschreibung der Bauaufträge ist sogar erst für Ende 2012 vorgesehen.
Die Firmengruppe Max Bögl aus dem oberpfälzischen Neumarkt, die sich um die Akquisitionsarbeit für den Transrapid kümmert, zeigte sich trotz der Verschiebung weiter optimistisch. Für das geplante Projekt in Brasilien wird ein Know-how-Transfer an lokale Partner angestrebt, sagte ein Sprecher. Da die lokalen Partner die erste Ausschreibung inhaltlich abgelehnt haben, sind wir nun durch die Verschiebung des Projekts zuversichtlich, dass nun eine zweite Ausschreibung alle wichtigen Kriterien berücksichtigen wird.
Auch auf Teneriffa hält die Inselregierung laut Max Bögl nach wie vor an einem möglichen Einsatz eines Magnetschwebesystems fest. Dazu soll in Kürze eine vertiefende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und somit das Projekt weiter voran getrieben werden, sagte der Sprecher.
