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Streit Um Langlütjen I Laute Töne um die Ruhezone im Watt

Jonas Schönrock

Blexen - Droht da Ärger im Inselparadies? Auf der Wattinsel Langlütjen I in der Wesermündung vor Blexen sollen sich jetzt zur Sail vermehrt große Besuchergruppen aufhalten – mit Duldung der Eigentümerin, Sibylle Fuhrberg aus Oldenburg. Das hat Peter Nottelmann aus Nordenham beobachtet. Wie er berichtet, soll die Besitzerin sogar Eintritt für den Besuch genommen haben. Peter Nottelmann sieht dadurch die Ruhezone des Nationalparks Wattenmeer gestört.

Sibylle Fuhrberg dementiert das auf Nachfrage der NWZ  energisch. „Wir sind derzeit mit ein paar Leuten dabei, die Insel zu sichern.“ Einige hätten dabei auch Geld für den Förderverein von Langlütjen I gespendet. „Es ist nicht so, dass wir hier Leute gegen Eintritt auf die Insel lassen.“

Immer wieder, so berichtet Sibylle Fuhrberg, betreten Unbefugte das kleine Eiland. „Viele kommen nachts und haben sogar Zelte dabei. Wir sind das ganze Jahr damit beschäftigt, Schäden zu beheben. Viele Leute können nicht verstehen, warum wir sie nicht auf die Insel lassen, und sind dann sauer.“

2006 kaufte die Oldenburgerin das 1,75 Hektar große Areal vom Bund. Für Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten habe sie die Erlaubnis, Geld einzunehmen, indem sie kleineren Gruppen den Zutritt gestatte. „Die meisten Arbeiten mache ich aber in Eigenleistung“, sagt Sibylle Fuhrberg.

Wenig Unterstützung

Die Ruhezone sieht die Eigentümerin durch Besucher auf der Insel nicht gestört. „Die Vögel sind ja größtenteils im Deichvorland im Schilf. Da lassen die Leute ihre Drachen steigen oder gehen mit dem Hund spazieren. Dagegen wird aber nichts unternommen“, kritisiert sie.


Von den Behörden bekomme sie ohnehin kaum Unterstützung, sagt Sibylle Fuhrberg. Beispielsweise müsse sie darum kämpfen, mit dem Auto über den Damm zur Insel fahren zu dürfen. „Ich kann doch keinen 40-Kilo-Sack Zement auf dem Rücken tragen. Ich brauche das Auto“, sagt sie. Auch bezüglich der Sanierungsmaßnahmen würden ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt.

Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in Wilhelmshaven sieht die Situation anders. „Es hat dort in der Vergangenheit immer wieder Vorfälle gegeben, bei denen Dritte unerlaubt mit auf die Insel genommen worden sind“, sagt Pressesprecherin Imke Zwoch. Diesbezüglich habe es auch schon ein Gespräch mit Sibylle Fuhrberg gegeben. Die aktuellen Vorwürfe seien bei der Nationalparkverwaltung bekannt und würden derzeit geprüft. „Mit uns war nichts abgesprochen“, betont Imke Zwoch.

Gespräch geführt

Doch genau dazu sei die Eigentümerin verpflichtet. „Alles, was dort geschieht, muss mit uns abgestimmt werden, da es sich um eine Ruhezone handelt. Darauf haben wir Frau Fuhrberg ausdrücklich hingewiesen“, sagt Imke Zwoch. Auch von der Erlaubnis, von Besuchergruppen Geld für die Sanierung einnehmen zu dürfen, ist der Behörde nichts bekannt.

In Paragraf 6 des Gesetzes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist geregelt, was in den Ruhezonen nicht erlaubt ist. Verboten sind dort alle Handlungen, „die den Nationalpark oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.“ Untersagt ist es unter anderem, „die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören“, oder auch wildlebende Tiere zu stören.

Sibylle Fuhrberg denkt wegen der Streitigkeiten inzwischen über einen Verkauf der Insel nach. „Mir liegt ein gutes Angebot vor“, sagt sie.

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