Hude/Wüsting - Unter dem Motto „Leben und Studieren auf dem Land“ möchte Alexander Klass ein Studentenwohnheim und Gästehaus in Wüsting errichten. Klass stellte am Mittwochnachmittag im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt seine Idee vor.

Die Nachricht in der NWZ, dass ein solches Projekt im Mischgebiet hinter dem neuen Seniorenzentrum, direkt angrenzend an das neue Wohngebiet, geplant ist, sorgte bei der Sitzung für volle Zuschauerreihen. Anwohner zeigten eine gewisse Skepsis. Bürgermeister Holger Lebedinzew schlug vor, in Kürze eine extra Bürgerversammlung nur zu diesem Thema einzuberufen.

Klass, der als Baumanager und Unternehmensberater mit seiner Familie in Wüsting lebt, stellte im Ausschuss erstmals seine schon recht konkreten Visionen vor: Er möchte auf zwei Grundstücken (1920 und 1020 Quadratmeter groß) zwei Gebäude im „modernen Landhausstil“ bauen.

Auf dem größeren Grundstück könnten 18 Einzelapartments und zwei barrierefreie Apartments entstehen, voll möbliert, zur Vermietung an Studierende und Auszubildende. Dazu soll das Haus eine Gemeinschafts-Lounge und eine Gemeinschaftsterrasse erhalten.

Im zweiten Haus möchte Klass zehn Gästeapartments anbieten, die für wenige Nächte oder auch einen längeren Zeitraum gemietet werden können.


Laut Klass sollen die Einzelapartments im Studentenwohnheim als Investitionsanlage an private Investoren vermarket und vom Projektierer betrieben werden. Das Gästehaus möchte er ganz in seiner Hand behalten.

Aus Gesprächen mit Studenten weiß Klass von der sehr unbefriedigenden Wohnsituation in Oldenburg: Horrende Preise, Leben auf wenig Raum in großen Wohngemeinschaften, wo es kaum Ruhe fürs Lernen gebe.

Warum nicht auch ein Studentenwohnheim in Wüsting, sagte sich Klass. Schon bald werde es auch eine direkte Anbindung über die Nordwestbahn und die Haltestelle Wechloy geben.

Aber nicht nur die Bahn, sondern auch Car-Sharing-Modelle schweben Klass vor. Ein Ladestation für E-Autos hat er eingeplant.

Eine Frage, die die Ausschussmitglieder umtreibt, ist, wie die Zweckbindung für das Studentenwohnheim auch „dauerhaft hinzubekommen“ sei, wie Friedrich Schnabel (CDU) es formulierte. Angesichts des demografischen Wandels junge Leute mit einem solchen Projekt aufs Dorf zu holen, fand Ulrike Janz-Janzen (SPD) spannend. Das habe grundsätzlich einen gewissen Charme.