Grabstede - Was aus dem alten Lokschuppen auf dem Gelände der Klinkerziegelei Uhlhorn in Grabstede geworden ist, beeindruckt: Das Haus hat nicht nur ein neues Dach, einen neuen Boden, neue Fenster und einen Anbau mit Küche und Sanitäranlagen, sondern erzählt auch eine emotionale Geschichte. An Stellwänden entführen große Bilder die Gäste in die Welt der Klinkerziegeleien in der Friesischen Wehde.
Verständliche Texte
Gut verständliche Texte in großer Schrift sorgen für die nötige Information. Vom Abbau des Lehms bis zur Verarbeitung und über die Ziegler und das Leben auf den Ziegeleien werden die Besucher des Zentrums informiert. Vor dem Haus steht eine alte Lok, mit der der Lehm früher angefahren wurde – gestiftet von Henning Strodthoff, früherer Gesellschafter der Ziegelei Tapken.
„Besonders toll ist auch, dass man den Bockhorner Lehm selbst anfassen und sich die Verarbeitung ansehen kann“, sagte Prof. Dr. Antje Sander vom Schlossmuseum Jever, die am späten Freitagnachmittag zu den geladenen Gästen zählte. Der Töpfermeister Acki Jürgens töpfert vor den Augen der Gäste mit Bockhorner Lehm, der nebenan in der Ziegelei Uhlhorn zu Klinkern verarbeitet wird.
„Das ist gelebte Industriekultur. Es ist ein großes Glück, dass ein solches Dokumentationszentrum auf dem Gelände einer Ziegelei entstanden ist, deren laufenden Betrieb sich die Gäste ansehen können“, sagte Stephan Horschitz vom Schlossmuseum, der für die Dokumentation zuständig ist.
Am Sonntag, 5. Juli, ist die Dokumentationsstätte bei einem Tag der offenen Tür von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Rundgänge durch den laufenden Betrieb der Ziegelei Uhlhorn sind ausgeschildert.
Ehemalige Mitarbeiter
Es wird unter anderem ein Gewinnspiel geben, bei dem die Besucher auch Bockhorner Pflasterklinker gewinnen können.
„Wir würden uns sehr freuen, wenn auch ehemalige Mitarbeiter der Ziegeleien in der Wehde am Sonntag dabei sind“, sagte Ewald Spiekermann am Sonntag. Er gehört zum Vorstand des Vereins „Altes Klinkerzentrum“, der die Informationsstätte möglich gemacht hat (NWZ berichtete).
Über das neue Info-Zentrum freut sich auch Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen. „Ich finde es einfach toll, was hier entstanden ist. So eine Dokumentationsstätte ist auch gut für die Gemeinde und den Tourismus – und natürlich für die Schulen.“
