Essen - „Lebensmittel waren noch nie so sicher wie heute.“ Bei seinem Besuch in Essen bei Miavit und Wernsing am Mittwoch (die NWZ  berichtete) hat sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) klar zu den hiesigen Lebensmittel-Erzeugern und deren industrieller Produktion bekannt. Gleichzeitig forderte er, sich nicht von einer idealisierenden Werbung täuschen zu lassen. Den Metzger auf dem Hinterhof gebe es nicht mehr. Die Realität sei der Schlachthof. Und die Milch komme auch nicht von lila Kühen, sagte er in einer Veranstaltung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF), in deren Rahmen er am Abend bei Wernsing vor einem hochkarätigen Publikum aus Wirtschaft und Politik sprach.

Lies forderte auch Ehrlichkeit beim Verbraucher. Viele sagten, sie würden auch gerne etwas mehr Geld für gute Lebensmittel ausgeben, kaufen würden sie aber trotzdem dort, wo die Produkte günstig seien.

Begrüßt wurde Lies vom AEF-Vorsitzenden Uwe Bartels und vom Hausherrn Stefan Wernsing. Wernsing erläuterte dem Minister die Lage, in der sich die Agrar- und Ernährungsindustrie zur Zeit sieht. Unter anderem gebe es zunehmend Akzeptanz-Probleme in der Bevölkerung, der entgegen gewirkt werden müsse. Stark gestiegene Preise für Flächen und Energie wirkten sich ebenfalls negativ auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit aus.