Ganderkesee - Obstwiesen schaffen nicht nur Lebensraum für viele Insekten, Vögel allerlei Kleingetier und Niederwild. Sie bieten auch bei der Wahl von richtigen Sorten schmackhaftes und gesundes Obst von August bis zum April für den Eigenbedarf.

In der Gemeinde Ganderkesee seien die Obstwiesen etwas in Vergessenheit geraten, meinen die Mitglieder des „Runden Tisches Natur“. Sie wollen die Bürger anregen, sich nach älteren Obstbäumen umzuschauen und eventuell durch Neuanpflanzungen zu ergänzen, um einen Beitrag zur regenerativen Artenvielfalt zu leisten. „Vereinzelt sind noch Weiden zu registrieren mit einem alten Obstbaumbestand, in denen Rinder für eine Beweidung sorgen und auf denen die Artenvielfalt durchaus noch erfreulich ausgewogen ist“, weiß Hans Fingerhut von der Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee. Besonders sei dabei zu erwähnen, dass der sehr selten gewordene Steinkauz sich in solchen Lebensräumen besonders wohlfühlt und sich auch wieder weiter ansiedelt.

Fingerhut: „In ländlichen Bereichen wurden schon als Ausgleichsmaßnahmen diverse Obstgehölze angepflanzt, an denen Ökologe Dr. Klaus Handke positive Beobachtungen hinsichtlich der Artenvielfalt gemacht werden konnte.“ Hier gelte es, die Entwicklung der Bäume weiter im Auge zu behalten und mit geeigneten Pflege Maßnahmen für gute Voraussetzungen für die Weiterentwicklung zu sorgen. Auch bei Anpflanzungen als Hecke an Seitenrändern der Wege konnten gute Erfolge hinsichtlich neuer Lebensräume für die Artenvielfalt erzielt werden, wobei vermehrt auch Niederwild beobachtet werden konnte.

„Auch in kleineren Hausgärten lässt sich ein Platz für einige Obstbäume finden“, ist Fingerhut überzeugt. Besonders empfehlenswert seien alte ortsspezifische Sorten. Obstbaumschulen können bei der Auswahl beratend helfen. Besonders empfehlenswert seien auf Hochstamm veredelte Bäume, unter denen genügend Platz für Freizeitaktivitäten bleiben.

Fingergut: „Keine Angst vor übermäßiger Ernte! Diverse Mostereien nehmen die Ernte an. Und die Familie kann sich mit dem schmackhaften Apfelsaft lange an der eigenen Ernte erfreuen.“ Im ländlichen Bereich bieten vereinzelt Landwirte auch die Möglichkeit der Ernte auf ihrer Obstwiese an. Die Vermarktung sei für sie nicht immer attraktiv.


Im Gebiet der Gemeinde Ganderkesee seien auf gemeindeeigenen Flächen mittlerweile einige Streuobstwiesen von unterschiedlichen Initiativen angelegt worden. Sie gelt es auszuweiten und zu betreuen. „Daher entstehen in diesem Winter auf vier weiteren Flächen neue Obstwiesen“, so Carsten Wünker von der Gemeinde Ganderkesee. Die Flächen liegen an der Adelheider Straße, Auf dem Hohenborn, Bissen und nahe der Gustav-Weißkopf-Straße. Die Nabu-Ortsgruppe bereitet auf einem gemeindeeigenen Grundstück in Bookhorn eine Streuobstwiese vor. Dafür seien weitere Paten willkommen. Nähere Informationen über verschiedene Obstsorten, Pflege der Obstbäume und nicht zuletzt die Nutzung der Ernte vermittelt der Nabu.