Sannum - Die ersten Brötchen, die aus dem neuen Ofen auf dem Gut Sannum gezogen werden, sind noch ziemlich blass. Dabei hatte Christa Vezis, Leiterin der Tagesstruktur zuvor befürchtet, dass sie schon schwarz sein könnte. Der Umgang mit einem Holzofen will gelernt sein.

Der Ofen steht in einem kleinen Gebäude, dem ehemaligen Pumpenhaus. Es wurde im Projekt „Freiraum für alle“ umgebaut (die NWZ  berichtete). Im Rahmen dieses Projektes, das zusammen mit den Bewohnern entwickelt wurde, wurden auch Erlebnis- sowie Spielstationen eingerichtet. Sie sollen die Bewohner dazu einladen, sich der Umwelt auf vielfältige Weise zu nähern. Große Flächen sind jetzt mit Rollstühlen und Rollatoren befahr- oder begehbar.

Das Ergebnis soll am Freitag um 17 Uhr in der Sporthalle des Gutes mit der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan eingeweiht werden. Bereits ab 15 Uhr, bis 19 Uhr, feiern Bewohner, Mitarbeiter und Besucher das Sommerfest. Dann wird selbst gefertigtes Kunsthandwerk ausgestellt; die gutseigene Bioland-Bäckerei, der Hofladen und das Café sind geöffnet. „Rafis Swing Club Combo“ und der Chor „Sannumer Zwischentöne“ sorgen für Live-Musik.

Bis dahin soll auch die Bedienung des Ofens erlernt sein. Der dient in erster Linie therapeutischen Zwecken, erklärt Heike Wolters-Becker, Vorsitzende des Förderkreises Sannum. Er helfe den Bewohnern dabei, den Tag zu strukturieren, da sie den Teig zubereiten und warten müssen, bis die Brote fertig gebacken sind.

Finanziert wurde die Anschaffung vor allem durch eine 2000-Euro-Spende der VR-Bank. Die restlichen 1855 Euro kamen besonders aus dem Erlös des Festlichen Abendmenüs 2011.


Einrichtungsleiter Hans-Werner Kuhlmann will, wenn das Brotbacken klappt, einen wöchentlichen Backtag ins Leben rufen. „Mit der Restwärme könnten wir dann auch noch Kuchen für unser Café produzieren.“