Ganderkesee - Mehr als 4500 Straßenlaternen gibt es in der Gemeinde Ganderkesee. Seit 2012 verschwinden in diversen Straßenzügen die alten HQL-Leuchten und werden durch moderne LED-Technik ersetzt. Rund 200 000 Euro hat die Gemeinde dafür im Haushalt veranschlagt, so auch im Etat 2015. Die Modernisierung schlägt sich nicht nur in der Stromrechnung, sondern auch in der Klimabilanz nieder. „Wir haben schon etliche Tonnen CO 2 gespart“, sagt Michael Kleinert, Fachdienstleiter Verkehr und Infrastruktur.

Seit dem Herbst 2011 zeichnet der Kommunalservice Nordwest für die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung verantwortlich. Seitdem werden jährlich gut fünf Prozent des Bestandes erneuert. Kommunalservice Geschäftsführer Uwe Nordhausen spricht von einem „Einstig in die Nachhaltigkeit“. Sofern die Mittel bereitstehen, könnte innerhalb von 20 Jahren die Umrüstung gelingen.

Allerdings habe der Kommunalservice zunächst Lehrgeld zahlen müssen. Einige LED-Lampen seien für die stark wechselnden Temperaturen nur bedingt geeignet gewesen. Doch die Hersteller seien sehr innovativ; auch die Einkaufspreise seien gefallen. Wenn eine 100-Watt-Leuchte gegen 40 Watt ausgetauscht werde, schlage sich das nach und nach auf der Stromrechnung nieder. Als vor einem Jahr 226 LED-Leuchten am Trendelbuscher Weg, an der Elmeloher Straße, der Schönemoorer Landstraße, dem Schulweg, Auf dem Hohenborn und auf einem Teilabschnitt der Nutzhorner Straße nach installiert wurden, ging die Verwaltung von einer Einsparung von etwa 70 Prozent im Vergleich zum alten System aus. Damit könne die Gemeinde 10 400 Euro pro Jahr sparen, so Matthias Meyer vom Fachdienst Finanzen vor einem Jahr (NWZ  berichtete).

Normalerweise steigen bei der Straßenbeleuchtung die Kosten der Unterhaltung stetig, sagt Nordhausen. Das hänge schon allein mit den steigenden Personal- und Materialkosten zusammen. Weil vieles in Eigenregie geschehe, sei es dem Kommunalservice gelungen, die Kostenbremse zu ziehen. So lagen 2011 die Kosten für die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung bei 280 000 Euro; der Anteil für Stromverbrauch bei 194 177 Euro. Im Vorjahr betrugen die Gesamtkosten 293 000 Euro; davon waren 214 000 Euro aber allein für den Energieverbrauch fällig.

Der Kommunalservice hat eine Prioritätenliste bei der Sanierung der Beleuchtung erstellt. Parameter seien dabei Alter und baulicher Zustand der Laternen sowie Energie- und CO 2 -Einsparung, erklärt Kleinert. „Die schlimmsten Laternen sind schon weg“, sagt Patrick Gnädig, beim Kommunalservice zuständig für Elektrotechnik. Erst kürzlich wurde ein maroder Holzmast am Ganderkeseer Weg durch einen Metallpfahl samt LED-Leuchtmittel ersetzt. 208 Leuchtmittel an 14 Straßen, darunter der Grüne Weg, sollen im kommenden Jahr ausgetauscht werden. Und auch beim Blick auf die Stromrechnung dürfte sich so manches Gesicht im Rathaus aufhellen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent