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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Hunderte Fässer mit radioaktivem Müll bereiten Sorgen

16.04.2018

Leese In einem Zwischenlager für schwachradioaktiven Atommüll in Leese im Landkreis Nienburg stehen Hunderte Fässer, die intensiv nachbehandelt werden müssen. 442 Fässer müssten auf Feuchtigkeitsbildung innerhalb der Fässer überprüft werden, bestätigte Umweltminister Olaf Lies (SPD) der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Wie der NDR zuvor berichtete, müssen einige der Fässer getrocknet werden, bei anderen hochgiftige Stoffe neu umschlossen werden. Der NDR bezog sich auf eine bisher unveröffentlichte Studie im Auftrag des Ministeriums.

Nach Angaben von Umweltminister Olaf Lies sind 13 Fässer bekannt, an deren Oberfläche sich Rost gebildet hat. Bei diesen habe sich Feuchtigkeit im Inneren der Fässer gebildet, und die Fässer müssten vor dem Transport in extra Behälter gelegt werden, sagte Lies.

Der Betreiber des Zwischenlagers, die Firma Eckert & Ziegler, wollte „grundsätzlich keine Spekulationen von dritter Seite in anderen Medien kommentieren“, sagte ein Sprecher der Firma der dpa. In Leese wird seit Jahren radioaktiver Müll, der dem Land Niedersachsen gehört, gelagert. Es handelt sich dabei um medizinische Abfälle etwa aus Röntgenpraxen oder aus der Krebstherapie.

„Es gilt schlicht ein besonderes Maß an Vorsicht für diese mehr als 400 Fässer für die langfristige Lagerung“, sagte der Minister der dpa. Weil der Pachtvertrag für das Zwischenlager Leese nur noch bis 2030 läuft, sind Lies zufolge Vorbereitungen getroffen worden, um die Fässer bis zum Ende dieser Zeit zum Endlager Schacht Konrad zu bringen. „Dafür muss der radioaktive Abfall in sogenannte Konrad-Container umgefüllt werden.“

Beschädigte Fässer können in Leese dem NDR-Bericht zufolge nicht bearbeitet werden, weil die Fässer in der Lagerhalle sehr eng stehen. Um sie umzufüllen, wird laut Lies gerade eine Firma gesucht. „Unser Ziel ist, dass wir spätestens Mitte nächsten Jahres damit beginnen können, alle Fässer nach und nach in die Konradbehälter umzulagern“, sagte Lies. Der Prozess werde insgesamt acht bis zehn Jahre dauern. Insgesamt lagern in Leese im Auftrag des Landes laut NDR 1484 Fässer.

In der Vergangenheit wurden immer mal wieder beschädigte oder ramponierte Fässer entdeckt. Im September 2015 fanden Kontrolleure etwa ein Fass mit einem Schaden im Deckelbereich. Die Oberfläche des Behälters war nach damaligen Angaben des Umweltministeriums trotz der Wölbung intakt und es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung.

Auch Fässer mit Inhalten, die dort nicht hinein gehörten, haben Kontrolleure entdeckt. Vor knapp zwei Jahren fanden sie in Leese in einem leicht beschädigten Fass mit Atommüll aus dem Jahr 1981 verbotene Inhalte. „Die aus dem medizinischen Bereich stammenden Abfälle wurden als „Papier, Zellstoff etc.“ ausgewiesen. Tatsächlich wurden jedoch neben Beton, Holz- und Stoffresten mehrere Blech- und Plastikbehälter gefunden, die auch Flüssigkeiten enthielten“, hatte der damalige Umweltminister, Stefan Wenzel (Grüne), gesagt.

Schon Wenzel hatte angekündigt, die Fässer in Leese müssten mittelfristig in einen „endlagergerechten“ Zustand versetzt werden. Dazu gehörten zum Beispiel die Nachprüfungen von Inhalten und gegebenenfalls die Umverpackung in andere Behältnisse.

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