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Gefahrenabwehr Onno fängt sie (fast)    alle

Wolfgang Böning

LEHMDERMOOR - Der Bisamratte eine Falle stellen: das hat der 63-jährige Onno Ferdinand aus Jaderberg seit 1971 getan. Nach 40 Jahren gibt er diese verantwortungsvolle Aufgabe nun an Rainer Gramberg aus Nordbollenhagen und Eike Renken für das Gebiet in der Gemeinde Rastede ab. Onno Ferdinand war einer von sechs offiziellen Bisamjägern der Landwirtschaftskammer.

„Man war bei fast allen gern gesehen. Landwirte und Privatpersonen haben angerufen, wenn sie Schäden festgestellt hatten“, erzählt Onno Ferdinand, der in Südbollenhagen aufgewachsen ist und nicht nur als Jäger, sondern auch durch Tischtennis und Boßeln bekannt ist.

Eigenes Fanggebiet

Sein Fanggebiet war eingeteilt auf die Bezirke Südbollenhagen, Jade, Jaderberg, Kreuzmoor und Lehmdermoor. „Bis zu 600 Bisame habe ich im Jahr gefangen“, so Ferdinand, „und bei meinen Touren kamen schnell 40 Kilometer zusammen.“ Aber auch Fußmärsche zu schwer zugänglichen Wassergräben musste er zurücklegen.

Onno Ferdinand hat stets tierschutzgerechte Fallen aufgestellt; hierbei werde stets der humane Fallenfang beachtet und es findet eine regelmäßige, zeitnahe Kontrolle statt, erklärt der Jäger. Auch sein Vater Fritz war von 1975 bis 2007 als Bisamjäger aktiv.

Die Bisamratte ist ein fruchtbarer Pflanzenfresser, eigentlich possierlich anzusehen. Sie ist die größte heimische Wühlmaus, kann bis zu 35 Zentimeter lang werden. Durch ihre Wühltätigkeit richtet sie gefährliche Schäden an Ufern, Deichen, Dämmen und anderen wasserwirtschaftlichen Einrichtungen an: Uferabbrüche, Böschungsrutschungen, Unterspülungen von Bauwerken, Einbrüche gewässernaher Straßen oder Deichaushöhlungen.


Um die Population überschaubar zu halten und damit die Schäden, die in die Millionen gehen können, gering zu halten, beschäftigt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen deshalb die Bisamjäger Gefahrenabwehr, berichtet Diplom-Ingenieur Tim Eilers von der Landwirtschaftskammer aus Rastede. Hinzu kämen noch 1000 Privatfänger in Niedersachsen.

Aufwandsentschädigung

2009 wurden in Niedersachsen 150 483 gefangene Bisame registriert. Im Bereich des Entwässerungsverbands Jade wurden im gleichen Jahr 3230 Bisamratten gefangen, ein Jahr zuvor waren es noch 4193.

„Die Landkreise bezahlen eine kleine Aufwandsentschädigung“, sagt Onno Ferdinand. Die liegt, je nach Tier, zwischen 3 und 5 Euro. „Zum Fangnachweis werden die Schwanzspitzen in Spiritusbehältern aufbewahrt“, so Ferdinand. In den Anfangsjahren seien die Felle noch verwertet worden.

Bisamratten, weiß der Fachmann, werden übrigens nicht nur am Deich oder im Moorgebiet angetroffen. Onno Ferdinand hat sie auch schon an Privatteichen mitten im Ortsteil Jaderberg gefangen – obwohl ringsherum kein Wasserlauf war.

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