LEMWERDER/EMDEN - Auf dem Gelände des Flugzeugzulieferers Aircraft Services Lemwerder (ASL/Kreis Wesermarsch) sollen künftig Rotorblätter für Windenergieanlagen gefertigt werden. Die beteiligten Unternehmen bestätigten am Freitag einen Bericht der NWZ, wonach der Windkraft-Anlagenhersteller SGL Rotec (Lemwerder) das ASL-Werksgelände vom Luftfahrtkonzern EADS Defence & Security übernehmen und den Standort Lemwerder zu einem „globalen Technologie- und Fertigungszentrum für Windrotorblätter“ ausbauen will.

Wie die beteiligten Unternehmen im Anschluss an eine Sitzung des ASL-Wirtschaftsausschusses weiter mitteilten, soll das operative Geschäft der ASL auf den Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec (Standorte u.a. in Nordenham und Varel) übertragen werden. Ziel sei es, SGL Rotec als führenden Hersteller von Rotorblättern mit Längen von über 60 Metern Spannlänge zu etablieren.

Im Zuge der Übernahme durch Premium Aerotec würden die ASL-Mitarbeiter neue Arbeitsplatzangebote von SGL Rotec, EADS Defence & Security und Premium Aerotec erhalten. Ob dies für alle gelte, ließ ein Sprecher auf Anfrage offen. Bei ASL sind laut Betriebsrat 300 feste Mitarbeiter und 70 Leiharbeiter beschäftigt. U.a. reparieren sie bislang Militärmaschinen und fertigen Bauteile für den Eurofighter und den Militärtransporter A 400M.

Die beteiligten Unternehmen möchten den Deal bereits „im Laufe des Jahres 2010“ über die Bühne bringen. Die Beschäftigten bei ASL wehren sich allerdings gegen die Konzernpläne. „Wir geben ASL noch nicht auf“, sagte Ronald Dietz, Sprecher des Wirtschaftsauschusses des Betriebsrats. Die Arbeitnehmer setzen vor allem auf Unterstützung seitens der Landesregierung.

Bilder von den Protesten der ASL-Beschäftigten


EADS begründete den geplanten Verkauf damit, dass die ASL-Beschäftigten so eine langfristige Perspektive im „Wachstumsmarkt Windenergie“ bekämen. SGL Rotec erwarte neue Großaufträge aus der Windenergiebranche. Nach Informationen dieser Zeitung steht SGL Rotec in Verhandlungen mit dem Emder Windenergieanlagenbauer Bard, der zwölf Offshore-Windparks in der Nordsee plant – zwei sind bereits genehmigt. Ein Bard-Sprecher wollte Gespräche mit SGL Rotec auf Anfrage ausdrücklich nicht dementieren. Verhandlungen seien „nicht ausgeschlossen“.