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Eschhofsiedlung Kündigung mit Wochenfrist

LEMWERDER - Als Astrid Ebeling im Winter 2010 feststellte, dass über Nacht ihre Bettdecke an der Wand festgefroren war, reichte es. Den schlechten Zustand ihrer Wohnung in der Eschhofsiedlung mit feuchten Wänden und kalten Temperaturen wollte sie nicht länger hinnehmen.

Psychische Probleme

Sie fragte beim Mieterverein Brake um Hilfe, dort wurde ein Gutachten erstellt. „15 Prozent Mietminderung wurden als gerechtfertigt angesehen“, erzählt sie. Vorher habe sie den Vermietern drei Monate Zeit gegeben, etwas zu tun. Nichts sei geschehen. Bis zum 24. April. Da lag ein Brief der Hausverwaltung Treubau im Briefkasten. Es wurden Mietrückstände von 621,42 Euro eingefordert – genau die einbehaltene Summe aus der Mietminderung. Gleichzeitig wurde ihr die Wohnung „außerordentlich und ordentlich“ bis zum 3. Mai gekündigt. Am heutigen Donnerstag um 12 Uhr soll die Schlüsselübergabe sein. Ein Schock für die Frau. Sie lässt sich wenig anmerken, sagt aber: „Ich konnte in den ersten Tagen nicht schlafen. Ich hatte körperliche Schmerzen und habe mich sehr bedroht gefühlt.“

Viel Rückhalt

Rückhalt bekommt sie von ihren Nachbarn – fast jeder von ihnen kann einiges über Ärger mit den Vermietern berichten. „Falls man überhaupt weiß, wer das eigentlich ist“, sagt Rüdiger Otte, der auch in der Eschhofsiedlung wohnt. „Im Gespräch ist jetzt gerade, dass ein chinesischer Investor Interesse an den Immobilien hat. Wie überlegen schon, einen Sprachkursus an der VHS zu belegen.“ Eigentümer der Häuser ist momentan eine Gesellschaft mit dem Namen „Babcock & Brown Franz Portfolio 2“, eingetragen im Handelsregister in Hamburg.

Astrid Ebeling will nicht aus der Eschhofstraße 18 ausziehen. „Der Mieterbund sagt, ich muss niemanden in die Wohnung lassen. Sonst rufe ich die Polizei.“ Ihre Nachbarn wollen sie unterstützen. „Wir kommen um 12 Uhr vorbei“, versprechen sie. Dabei sein wird auch Petra Mglej. Sie wohnt im gleichen Haus wie Ebeling und hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. „Die Raumtemperatur schafft es bei uns nie über 18 Grad“, berichtet sie. Auch sie hat die Miete gemindert – und bisher keine Kündigung bekommen. Mehrere Mahnungen habe die Treubau ihr und Ebeling aber geschickt. „Die hat der Mieterverein für uns beantwortet. Acht Briefe wurden geschickt und nie beantwortet. Bis zur dritten Mahnung ist es nicht gekommen“, sagt Mglej.

In der Eschhofsiedlung in Lemwerder, erbaut in der 30er Jahren, gibt es immer wieder Probleme mit den Vermietern (die

NWZ

  berichtete). Viele Häuser sind in einem schlechten Zustand.

„Im Winter ist in der leeren Wohnung über mir ein Heizungsrohr geplatzt und das Wasser lief in meine Wohnung. Es ist niemand von der Hausverwaltung gekommen“, erzählt Astrid Ebeling, die sich selbst nicht pingelig findet. Das Wasser sei nun weggetrocknet, erzählt sie ruhig. „Hier wird nichts mehr repariert“, sagt auch Rüdiger Otte. „Hier wird nur Geld rausgezogen.“


„Reparaturen gemacht“

Das sieht die Eigentümergesellschaft „Babcock & Brown Franz Portfolio 2“ anders. „Im Haus von Frau Ebeling wurden Reparaturen durch die Hausverwaltung durchgeführt. Wir haben ihr mehrere Mahnungen geschickt, auf die weder sie noch der Mieterverein reagiert haben. Eine Kündigung fällt nicht vom Himmel“, sagte eine Sprecherin in Hamburg am Mittwoch auf Anfrage der

NWZ

 . Was nun weiter passiert, wird sich am heutigen Donnerstag entscheiden. Die Bewohner in der Eschhofsiedlung haben dann wahrscheinlich eine unruhige Nacht hinter sich.
Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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