Lemwerder - Seit zehn Jahren gibt es den Eine-Welt-Laden in Lemwerder. Das wurde am Sonnabend im evangelischen Gemeindehaus mit einem ökumenischen Gottesdienst, jeder Menge Musik, einem fairen Büffet und Workshops gefeiert.
Wie man mit einem kleinen Schritt viel bewirken kann, beweist dort seit 2007 das Eine-Welt-Laden Team um Christel Krapp-Heckers und Marion Materny. Ihnen ist es durch ihren unermüdlichen Einsatz zu verdanken, dass in der Region inzwischen immer mehr Menschen darüber nachdenken, unter welchen Bedingungen Waren hergestellt werden.
So wird in der Verwaltung oder den Lemwerderaner Kirchengemeinden beispielsweise schon seit langem fairer Kaffee getrunken und Vereine oder Firmen bestellen zu Jubiläen hübsch verpackte, faire Präsente. Mit den erwirtschafteten Überschüssen des Eine-Welt-Ladens oder dem mittlerweile traditionellen Waffelbacken bei allen möglichen Veranstaltungen, werden neben einer gemeinsam mit dem Chor Kekeli unterstützten Schule in Togo auch „Brot für die Welt“, ein Patenkind in Uganda, in Not geratene Lemwerderaner Familien oder die Johanniter Lebensmittelausgabe Radieschen unterstützt.
„Für eine Welt, die allen schmeckt“, warb Stephan Frost bei der Feier. Mit einem afrikanischem Studienfreund hatte er einst Kamerun kennengelernt und kein Verständnis dafür, dass für ein Pfund Kaffee, für das man hier zehn Mark bezahlte, die Bauern, die ihn anbauten nur knapp 30 Pfennig bekamen. „Ich fragte mich: wo bleibt das Geld? Zehn bis zwölf Leute sitzen dazwischen, bis der Kaffee geröstet wird“, so seine Feststellung, die in ihm und dem Studienfreund langsam die Idee reifen ließ, etwas daran zu ändern. Nachhaltig und sozialverträglich bezieht Frost seit elf Jahren Kaffeebohnen direkt bei den Bauern aus dem Hochland Kameruns
Mit farbenfrohen Gewändern einen Hauch von Afrika verbreitete bei strahlendem Sonnenschein am Samstag nicht nur der Chor Kekeli. Auch die Bremer Trommelgruppe „Kuku“ oder der Chor „Agama“, der mit Gesang, Tanz und Djémbé begeisterte, sorgten dafür, dass das Publikum immer wieder ausgelassen das Tanzbein schwang.
