Lemwerder - Mit 100 Euro Startkapital fing vor zwölf Jahren alles an. Der Kirchenrat in Lemwerder hatte das Geld bewilligt, damit Christel Krapp-Heckers, Marion Materny, Ingeburg Kwiske und die damalige Vikarin Uta Dierichs ihre Idee von fairem Handel umsetzen konnten.

„Der faire Handel war, als wir das Projekt starteten, in der Region noch nahezu unbekannt. Eine Kiste mit Kaffee, Tee, Schokolade und Honig haben wir von dem Geld gepackt und diese erstmals auf dem Weihnachtsbasar im Gemeindehaus angeboten. Am Ende der Veranstaltung war unsere Kiste leer“, denkt Christel Krapp-Heckers gerne an den Anfang zurück. Fortan besuchten die Frauen mit ihrer immer wieder frisch aufgefüllten Kiste regelmäßig verschiedenste Veranstaltungen in der Region. Der Nikolausmarkt in Lemwerder war die erste größere Aktion, bei der das Team auch gespendete Kuchen und Waffeln anbot. Die kompletten ehrenamtlich erwirtschafteten Einnahmen werden – damals wie heute – in die Hilfe zur Selbsthilfe investiert.

Vor zehn Jahren bot der damalige Lemwerderaner Pfarrer Thomas Cziepluch dem ökumenischen Eine-Welt-Laden-Team das Kaminzimmer im evangelischen Gemeindehaus als Verkaufsraum an. Mit immer neuen fair gehandelten Erzeugnissen füllten sich die Regale im Laufe der Zeit. Mindestens 300 verschiedene Artikel sind es heute, überschlagen Marion Materny und Christel Krapp-Heckers.

„Immer wenn auf dem Rathausplatz etwas los ist, sind wir dabei“, so Christel Krapp-Heckers. Mit den Einnahmen werden verschiedene Projekte unterstützt. Eine Herzensangelegenheit sei das Schulprojekt in Togo, bei dem zusammen mit dem Chor Kekeli 130 Kindern der Schulbesuch ermöglicht wird. Mit der Äthiopienhilfe wurden Mittel für den Bau einer Wasserleitung bereitgestellt. Neben der Litauenhilfe, der Unterstützung von in Not geratenen Lemwerderaner Familien hat der Eine-Welt-Laden außerdem die Patenschaft für ein Mädchen in Uganda übernommen.

Am Samstag, 2. September, soll der zehnte Geburtstag des Eine-Welt-Ladens von 10 bis 17 Uhr groß gefeiert werden. Die Besucher erwartet im evangelischen Gemeindehaus eine ökumenische Andacht mit dem Chor Kekeli, die Berner Machbar bietet einen Workshop zum Bau afrikanischer Masken an, die Partnerschule in Togo wird vorgestellt, eine Kaffeerösterei bittet zur Verkostung und mit fairen Cocktails und internationalen Spezialitäten wird für das leibliche Wohl gesorgt.