LEMWERDER/GANDERKESEE - Eigentlich hätte der 16-jährige Nils Engels gar nicht mitzukommen brauchen, denn er hat den Ausbildungsvertrag bei dem Rotorblatthersteller SGL (früher A & R) Rotec praktisch schon in der Tasche. Dennoch begleitete der Realschüler aus Lemwerder seinen Rektor Dirk Richter und zwei Klassenkameraden bei einer Firmenbesichtigung. Eingeladen hatte die Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee (ZWAIG) in Zusammenarbeit mit dem Lemwerderaner Windkraft-Spezialisten.
Rudolf Markwitz, Leiter der Abteilung Ausbildung und Qualifikation, führte die Gäste durch die Fertigungshallen und erläuterte die Ausbildung. „Wer bei uns anfängt, muss Lust auf die Arbeit mit Kunststoff haben. Alles andere können wir ihm beibringen“, sagt Markwitz. Abitur oder Realschulabschluss seien nicht zwingend erforderlich; auch Mathematikkenntnisse könne der Betrieb vermitteln.
Noch vor zehn Jahren habe die Arbeit mit Kunststoff einen negativen Beigeschmack gehabt. Das habe sich aber grundlegend geändert. Der Betrieb mit zurzeit mehr als 350 Mitarbeitern hat in diesem Jahr fünf Auszubildende eingestellt, für das kommende Jahr werden wieder fünf Plätze angeboten.
Jana Müller (16), Klassenkameradin von Nils Engels, ist skeptisch: „Ich wollte mal ’reingucken, kann mir aber nicht vorstellen hier zu arbeiten. Das ist doch eher ein Männerberuf.“ Falko Giesa (ebenfalls 10 R) sagt: „Ich habe mich schon um eine Ausbildung bei ASL und bei der Volksbank beworben, aber hier werde ich mich auch noch bewerben.“
Bei der Ausbildung arbeite die Firma SGL mit Rehau zusammen, erklärt Markwitz. Auch in der Metallwerkstatt der Mutterfirma Abeking & Rasmussen werden die Azubis eingewiesen.
