Lemwerder - Seit 1995 gibt es „Frauenhand-Werkermarkt“ in die Begegnungsstätte Lemwerder. Seit zehn Jahren organisieren die Gleichstellungsbeauftragte Wenke Nymark-von Lübken und Begu-Hausmeister Günter Nowotny die Veranstaltung, die auch in diesem Jahr wieder zwei Tage lang jede Menge Besucher aus weitem Umkreis in den Süden der Wesermarsch lockte.
47 Ausstellerinnen hatten vor und im ganzen Gebäude ihre Stände mit unterschiedlichsten Angeboten aufgebaut. Gudrun Kück war eine von ihnen und nicht zum ersten Mal dabei. „Ich mag Teddys“, schmunzelte die Bremerin. Und das war an ihrem Stand nicht zu übersehen. Klar, dass bei den plüschigen Gesellen bei so einer handwerklich geschickten „Bärenmutter“ auch das Outfit stimmen muss. Neben den gehäkelten Fingerpuppen und dem Puppentheater, das Gudrun Kück dafür erstmals im Angebot hatte, oder den niedlichen Broschen, die am Wochenende wieder zum Verkaufsschlager wurden, hatte sie für ihre Bären auch Weihnachtsmannkostüme geschneidert.
Voller Bewunderung blieben die Besucher immer wieder vor den Bildern von Roswitha Hellig stehen. Aus Kieselsteinen und Holzstückchen ließ die Lemwerderanerin Angler, romantisch kuschelnde Liebespärchen oder Spaziergänger entstehen, denen, kombiniert mit einigen gekonnt gesetzten Federstrichen und passenden Bilderrahmen, eine ganz besondere Tiefe verliehen wurde.
In der Nische nebenan bot Frauke Brocksiek erstmals in Lemwerder ihren kunstvoll zu Ringen oder Ketten gedrehten Papierschmuck an, dem man sein Material auch auf den zweiten Blick nicht ansah. „Drei Nadeln hat dieses Bild gekostet“, verriet Janine Reichwald grinsend. Kreativ hatte sie eine Windel mit Namen und Geburtstag eines Kindes bestickt und zusammen mit anderer Deko hinter Glas gebracht. Aber auch Seifen, selbstgeschneiderte Kinderkleidung und jede Menge Anderes gehörten zu ihrem Angebot.
Ganze Geschichten erzählte Hilde Loewenstein mit ihren lebensecht wirkenden Figuren, mit denen sie schon viele Wettbewerbe gewann. Rund einen Monat Arbeit stecke in jeder von ihnen, erklärte die Ganderkeseerin. Aus holzähnlicher Modelliermasse gefertigte Köpfe und Hände, selbstgeschneiderter Kleidung, Draht oder von ihrem Mann gebauten Minimöbeln ließ sie eine Männerrunde Skat spielen oder den in die Ecke der Küche verbannten Opa mit der Tomatensuppe kleckern.
Für mittelalterliches Flair sorgten draußen der Ritter von Bardenfleth und seine Gefährtin Michaela Sinn, die vor den Augen der Besucher spannen oder webten. Erst im letzten Jahr habe man mit dem Spinnen angefangen. Die Wolle, die dabei entstehe, wolle man auf jeden Fall für sich zu warmer Unterwäsche verarbeiten, nahm sich das Paar angesichts der kühlen Temperaturen mit einem Augenzwinkern vor.
Und mit Eierpunsch, Bratwurst, Esskastanien, appetitlich duftenden Waffeln, die das Eine-Welt-Laden-Team für die Patenschule in Afrika buk, handgemachten Pralinen und mehr kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Der Erlös der Veranstaltung werde an die Lebensmittelausgabe „Radieschen“ und an „Frauen in Not“ gehen – etwas, was angesichts des zum „Tag gegen Gewalt an Frauen“ ausgerufenen Samstags bestens passe, sagte die Gleichstellungsbeauftragte.
