LEMWERDER - „Heute werde ich als Taufpatin für ein Schiff Mitglied eines weltweit exklusiven Kreises“, freute sich Tea Varrak am Mittwoch auf der Werft Abeking & Rasmussen. Die Direktorin des „Innovation and Business Center“ der Technischen Universität in Talinn und „Frau des Jahres 2011“ in Estland benannte das 25 Meter lange Swath-Schiff auf den Namen „Jakop Prei“. Prei war Gründer des Hydrographie-Services in Estland.

Bestellt wurde der Neubau vom estnischen Ministerium für Wasserwirtschaft. Das neue Schiff soll für das Land die Ostsee erforschen. Ausgerüstet ist es für Tauch- und Rettungseinsätze auf hoher See. Neben den Unterkunftsräumen für bis zu acht Forscher und die Besatzung mit Gemeinschaftsräumen hat das Schiff eine Besonderheit aufzuweisen: Das technische Equipment ist in einem Containermodul untergebracht. Sollten zukünftige Technologien es erforderlich machen, lässt sich dieses Modul mit geringem Aufwand und in kurzer Zeit austauschen. So will man mit der technischen Entwicklung Schritt halten.

Zahlreiche Gäste aus Forschung, Politik und Industrie waren bei der Taufe am Mittwoch zu Gast. Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, erklärte in seiner Rede das anspruchsvolle Ziel der baltischen Staaten und Deutschlands für die Ostsee: „Bis 2020 soll sie das sauberste Meer weltweit werden. Das gefällt manchen Reedern nicht, für die Werften ist es gut. Und wir erarbeiten uns einen Technologie-Vorteil für die Zukunft“, sagte er.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg