LEMWERDER - Geht es um den Verlauf der geplanten B 212 neu zwischen Harmenhausen (Gemeinde Berne) und der Landesgrenze Niedersachsen-Bremen, scheiden sich die Geister. Nachdem insbesondere Delmenhorst und Ganderkesee lautstark gegen die von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr favorisierte Südtrasse protestiert haben (die NWZ berichtete), mögen die Befürworter dieser Trasse nicht mehr schweigen. Auf Einladung der CDU Lemwerder sowie der Landvolkverbände Altenesch und Bardewisch kamen sie am Freitag im Rathaus Lemwerder zusammen, um ihre Position zu dokumentieren.

„Wir wollen die Südtrasse. Alles andere ist Mumpitz“, sagte Bernd Döhle, Vorsitzender des Landvolks Bardewisch. Dass auch Landwirte in Schönemoor die Südtrasse nicht rundweg ablehnen, sei bei einem Treffen vor acht Wochen deutlich geworden.

Pro Südvariante sprachen sich auch der Berner Landtagsabgeordnete Björn Thümler („Man darf nicht nur das eigene Wohl im Auge haben. Die Südtrasse ist die optimale Trasse“) und Lemwerders Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann („Die Südvariante ist die einzige, die mit Blick auf die Belange des Umweltschutzes umsetzbar ist“) aus.

Sowohl der Christdemokrat Thümler als auch der Sozialdemokrat Beckmann kritisierten ihre Parteifreunde in Delmenhorst und Ganderkesee, die versuchten, den Bau der B 212 neu mit fadenscheinigen Argumenten zu verhindern. Auf scharfe Ablehnung stieß bei Thümler der Vorschlag aus Delmenhorst, auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee eine Entlastungsstraße zu bauen: „Das heißt, die Brandfackel in ein anderes Gebiet zu tragen und ist ganz schlechter Stil.“ Im übrigen sollte die Stadt sich darüber klar werden, welche Entwicklungsziele sie eigentlich verfolge.

Peter Holzkämper von der Interessengemeinschaft „Für ein ruhiges Deichhausen“ kam nach der Präsentation der zurzeit diskutierten Trassenvarianten ebenfalls zu dem Schluss, dass nur die Südvariante eine Chance auf Realisierung hat: „Alle anderen Varianten kriegen Probleme mit der FFH-Richtlinie.“


Dafür, dass die Befürworter der Südvariante in Lemwerder nicht unter sich blieben, sorgte Udo Kroll von der Interessengemeinschaft „Freies Sandhausen“. „Alle B-212-neu-Varianten haben naturschutzfachliche Probleme. Die Südvariante wird ebenfalls davon berührt.“ Kroll gab zu Protokoll, dass die Belange der Stadt Delmenhorst von den Planern in Oldenburg bislang nicht ausreichend genug berücksichtigt worden seien. Gleichzeitig zeigte er sich gesprächsbereit – eine Haltung, die in Lemwerder positiv aufgenommen wurde.