LEMWERDER - Zu einer öffentlichen Fraktionssitzung lud die CDU in die Begu ein. Vorsitzender Heiner Loock und seine Parteikollegen hatten Dr. Bernd-Artin Wessels eingeladen. Der 70-jährige Bremer hat zum Thema Stiftungen ein Buch veröffentlicht. Auch Lemwerders Kämmerin Regina Neuke saß mit auf dem Podium.
Der Rat der Gemeinde will eine Million Euro in einer Stiftung anzulegen. Den Entwurf des Vertrags hatte sich Wessels zuvor genau angesehen. Die Erträge sollen ohne langwierige Beschlüsse des Landkreises Projekten in der Gemeinde direkt zufließen können. Beim Zweck der Stiftung seien viel zu viele Punkte aufgeführt, sagte Wessels. Schmunzelnd er dazu, dass es einfacher sei, einfach die nicht förderfähigen Projekte aufzuzählen. Genauso monierte er die hohe Zahl der Vorstandsmitglieder (sieben). „Später führt so etwas nur unnötig zu Verzettelungen. Ein Vorstand von drei bis vier Mitgliedern und ein ebenso großes Kuratorium sind wesentlich effektiver. Der Vorstand beschließt und das Kuratorium kontrolliert. Das hat den Vorteil, dass sich nicht einfach eine Mehrheit im Vorstand bilden kann, die den Rest der Mitglieder abwählt“, erklärte er. Auch über die Art des Stiftungskapitals müsse nachgedacht werden, denn so eine Stiftung besteht lebenslänglich und länger und gehöre sich selber, so Wessels. Die Erträge müssten zeitnah dem Stiftungszweck zugeführt werden. Die Million bleibe zwar auf dem Papier als Summe bestehen, doch würde sie bei einer alleinigen Bargeldanlage über die Jahre an Wert verlieren. Die zu erwartenden zwei Prozent Zinsen wären auf den ersten Blick eine hohe Summe, entsprächen jedoch nicht einmal der Inflation, die momentan steigend ist. Sinnvoll sei es darum immer auch über Sachobjekte, wie Gold, Aktien, Immobilien oder Ähnliches nachzudenken. „Ich bin froh, dass wir den Entwurf vor ihrem Vortrag gemacht haben. Eine Einigung mit allen Ratsmitgliedern wäre danach bestimmt noch schwerer zustande gekommen“, bemerkte Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann nach dem Vortrag und sorgte damit für Unmut bei einigen Ratsmitgliedern.
Die Investitionen in einen Windpark, die Beckmann anführte, lobte Wessels als gewinnbringende, sichere Sache. Die Frage von Peter Clamor, warum nur Politiker im Vorstand sitzen sollen, beantwortete der Bürgermeister damit, dass es sich um Geld der Kommune handle.
