LEMWERDER - Eine Hochzeit wurde am Freitag bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder gefeiert. „Hochzeit“ nennen es die Schiffbauer, wenn bei einem Neubau Rumpf und Aufbauten miteinander verbunden werden. In diesem Fall war es ein ganz besonderer Neubau: Es handelt sich um einen 25 Meter langen SWATH-Windpark-Tender, der zurzeit bei A & R für die Offshore-Windparkfirma Bard Engineering (Emden) entsteht. Spektakulär war das Drehen des Rumpfes. Am Hallenkran und einem Autokran hängend wurde der 38-Tonnen-Koloss vom Kopf auf die Füße gestellt, um ihn mit den Aufbauten zu vereinen.
Das Schiff wird nach Fertigstellung und Auslieferung in dem ersten von Bard in der Nordsee projektierten Offshore-Windpark Monteure von der Wohnplattform zu den Windkraftanlagen bringen. „Und auch Monteure ohne Seebeine werden dabei mit Sicherheit nicht seekrank werden“, versprach der technische Geschäftsführer von A & R, Dr. Claas Spethmann, der die ruhige Lage des Rumpfes auch bei starkem Seegang lobte. „Der SWATH-Tender gehört zu unserem Servicekonzept“, sagte Bard-Marketingleiter Dr. Stephan Bormann. Das Errichterschiff, mit dem die Anlagenteile an Ort und Stelle gebracht und installiert werden, werde zurzeit in Klaipeda gebaut.
Hauptrednerin war die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, Prof. Monika Breuch-Moritz. „Heute sollte Deutschland nach Lemwerder gucken“, sagte sie. Es sei eine „Art Traumhochzeit“ zwischen der klassischen maritimen Industrie und der Offshore-Windkraftindustrie, die sich sinnbildlich in dem Schiffsneubau bei A & R manifestiere.
Bereits Ende 2010 will Bard Engineering 150 Megawatt Offshore-Leistung in der Nordsee installiert haben. Die vor fünf Jahren gegründete Firma wächst rasant und hat derzeit fast 500 Mitarbeiter.
