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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Letzte Elbfähre hat abgelegt

02.03.2017

Cuxhaven Die Elbfähre zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven hat ihren Betrieb bis auf weiteres eingestellt. Die letzte Fähre startete am Mittwoch um 9.45 Uhr von Brunsbüttel. Das plötzliche Aus kam für die Beschäftigten der finanziell angeschlagenen Elb-Link Reederei unerwartet. „Das war sehr überraschend“, sagte ein Sprecher. „Eigentlich waren wir auf einem guten Weg.“ Der Lkw-Verkehr sei immer mehr geworden. Die Entscheidung hätten jetzt die Banken getroffen.

Die Verbindung war im August 2015 mit zwei Fährschiffen gestartet. Eine der beiden Fähren hatte bereits vor einigen Tagen ihren Betrieb eingestellt. Die estnische Muttergesellschaft der Elb-Link Reederei habe dieses Schiff nach Norwegen verchartert, sagte der Sprecher. In den nächsten Tagen soll die „Grete“ den Standort wechseln.

Zusammen mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover werde nun nach einer Lösung gesucht, um mit dem Schwesterschiff „Anne-Marie“ die Fährlinie wieder anbieten zu können. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte, dass die Notwendigkeit einer Auffanggesellschaft geprüft werde. „Wir haben großes Interesse daran, dass die Fährverbindung wieder aufgenommen wird“, betonte sie.

Das Land Niedersachsen hatte den Ausbau des Anlegers in Cuxhaven mit einem Millionenbetrag gefördert. Durch die Verbindung sollte die Fähre zwischen Glückstadt und Wischhafen sowie die A 7 entlastet werden. In der Vergangenheit war bereits dreimal versucht worden, Fährverbindungen zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven einzurichten. Millionenverluste hatten immer zur Einstellung des Betriebes geführt.

Die angespannte Liquiditätslage der Elb-Link Reederei mit über 50 Beschäftigten war schon Mitte letzten Jahres bekanntgeworden. Nach eigenen Angaben betrug der Verlust zum 31. Juli 2016 rund 1,4 Millionen Euro. Schuld daran waren nach eigenen Angaben zusätzliche Lotsenkosten, zudem sei der erste Winter schwach angelaufen. Die Staatsanwaltschaft Stade prüft nach einer Anzeige im August 2016 zudem eine mögliche Insolvenzverschleppung. „Die Ermittlungen dauern unverändert an“, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde.

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten habe die Reederei Perspektiven gehabt, unterstrich der Unternehmenssprecher. Seit letztem Sommer sei die Nachfrage an der Fährverbindung vielversprechend gestiegen. Nach der traditionell schwächeren Wintersaison sollte es mit Beginn der Osterferien „wieder richtig losgehen“. „Touristen haben zum Teil schon ihre Tickets gebucht“, sagte der Sprecher. Betriebsleiter Bernd Bässmann hatte im letzten Jahr gesagt: „Die Strecke muss sich etablieren und dies wird noch einige Zeit dauern.“

Der Unternehmenssprecher kritisierte, dass die estnische Mutter Saaremaa nicht in Werbung investiert habe. Außerdem habe die Überfahrt mit bis zu eineinhalb Stunden zu lange gedauert. „Ein schnellerer Motor liegt schon bereit“, sagte er. Damit wäre die Strecke in einer Stunde zu schaffen.

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