Kreyenhoop - Der Illustrierten-Bericht traf Angelika Anders mitten ins Herz: „Als ich das gelesen hatte“, erinnert sich die Huderin, „wollte ich sofort helfen.“ Auf einer Doppelseite erfuhr sie erstmals vom tausendfachen Sterben der Haflinger-Fohlen in Österreich und Italien – und was die Tierhilfsorganisation „Animal Spirit“ dagegen unternimmt.
Angelika Anders hat geholfen, und das sichtbare Ergebnis steht jetzt bei Tochter Christiane und Schwiegersohn Ralf von Seggern im Stall: „Lilly“ ist ein quicklebendiges Fohlen, mittlerweile sieben Monate alt und hat sich in den vergangenen vier Wochen auf dem Pferdehof von Seggern in Kreyenhoop prima entwickelt. „Die Kinder, die hierher kommen, sind ganz vernarrt in sie“, sagt Christiane von Seggern.
Wenn Angelika Anders und „Animal Spirit“ nicht eingegriffen hätten, wäre „Lilly“ wohl längst tot: Von den gut 3000 Haflinger-Fohlen, die jedes Jahr auf den Sommerweiden in den österreichischen Alpen geboren werden, enden gut 80 Prozent schon im Alter von sechs bis acht Monaten beim Schlachter, hat Angelika Anders erfahren. „Dabei sind das doch noch Babys“.
Aber das Geschäft geht vor: Wenn die Fohlen nach dem Sommerabtrieb bei den Auktionen keinen Käufer finden, und das gilt für die meisten, wartet schon der Viehtransporter auf sie. „Fohlenwurst ist eine Delikatesse in Italien“, sagt Angelika Anders. Sie setzte sich, nachdem sie den Zeitungsbericht gelesen hatte, mit der Organisation „Animal Spirit“ in Verbindung, die bei den Auktionen Fohlen aufkauft und so wenigstens einen Teil von ihnen vor dem Schlachthaus bewahrt. Die Huderin erwarb ein Tier, wobei ihr ein Sponsor aus Ganderkesee behilflich war, für den Transport sorgte eine Aktivistin aus Schleswig-Holstein – und so hat „Lilly“ jetzt ein ganz neues Leben in Kreyenhoop, wo Ralf von Seggern mit seinem Bruder Axel seit 2003 einen Einstellbetrieb auf dem elterlichen Hof führt.
Angelika Anders hofft, dass ihr Beispiel andere Tierfreunde animiert, sich ebenfalls für „Animal Spirit“ zu engagieren und weitere Fohlen vor dem Weg in die Schlachterei zu bewahren. Interessenten können sich bei ihr unter
