• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bayer nähert sich Monsanto-Kauf

14.10.2017

Leverkusen /Ludwigshafen Bayer-Chef Werner Baumann zieht alle Register, um die umstrittene Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durchzubringen. Mit dem heimischen Rivalen BASF sei eine Vereinbarung zum Verkauf von Geschäften aus der Agrarsparte Crop Science im Wert von 5,9 Milliarden Euro unterzeichnet worden, berichtete der Konzern am Freitag. Damit gehe man aktiv auf Bedenken der Aufsichtsbehörden ein, um einen Abschluss des Monsanto-Deals zu ermöglichen.

Seit der Jahresmitte prüft unter anderem die EU-Kommission den vielkritisierten Zusammenschluss. Im August hatte Kommissarin Margrethe Vestager Zweifel geäußert und eine vertiefte Untersuchung angekündigt. Bis Anfang 2018 will Brüssel abschließend über die Fusion entscheiden. Auch in den USA steht eine Genehmigung noch aus.

Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Übernahme von Monsanto könnte der Teilverkauf an die BASF für Bayer ein Befreiungsschlag sein. In den vergangenen Monaten wurde bereits spekuliert, welche Zugeständnisse die Leverkusener machen könnten, um eine Zustimmung zu erhalten.

Betroffen sind Bayer-Geschäfte, die sich mit Monsanto überschneiden. So steht neben dem Pflanzengift Glufosinat mit den dazugehörenden Liberty-Link-Produkten vor allem die gesamte Sparte für Saatgut in Feldkulturen auf der Verkaufsliste. Hierbei handelt es sich um Baumwollsaaten, das Rapsgeschäft in Nordamerika und Europa sowie die Aktivitäten mit Soja-Saatgut. Insgesamt erzielte Bayer 2016 in dem Bereich mit 1800 Beschäftigten Erlöse von 1,3 Milliarden Euro.

Dass Bayer zügig alle in Frage stehenden Teile in einem Stück abgebe, bezeichnete Volker Braun, Analyst des Bankhauses Lampe, als positiv – und der Preis sei angemessen. BASF-Vostandschef Kurt Bock sagte: „Mit dieser Investition ergreifen wir die Gelegenheit, äußerst attraktive Geschäftsfelder in wichtigen Feldkulturen und Märkten zu erwerben.“

Die Transaktion beinhaltet die Standorte und den Übergang von mehr als 1800 Beschäftigten vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien an BASF.

Kritiker halten jedoch dagegen. „Die Konzentration in der Branche bleibt bestehen, weil BASF ebenfalls ein großer Spieler in der Industrie ist“, betonte Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft und Gentechnik am Münchener Umweltinstitut. Bayer werde nur marginal kleiner, und die Übernahme von Monsanto rücke näher. „Nachhaltige Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft werden auf der Strecke bleiben“, fürchtet Dirk Zimmermann, Experte für nachhaltige Landwirtschaft bei Greenpeace.

Ob sich die EU-Kommission durch die Zugeständnisse beeindrucken lässt, ist fraglich. Ungünstig zudem: Die Fusionsprüfung fällt zeitlich zusammen mit der anstehenden Entscheidung in der EU über die Verlängerung der Zulassung für das umstrittene Mittel Glyphosat. Sollte diese ausbleiben, stünde Bayer nach einer Genehmigung der Monsanto-Übernahme in EU-Ländern womöglich ohne Pflanzengift da.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.