Wie hell ist Zwischenahn im Dunkeln? NWZ vom 13. Dezember

Wenn Nacht ist, ist Nacht. Das darf man merken, z. B. durch Dunkelheit. Man kann sich sogar darüber freuen, denn wann nur kann man einen fantastischen Sternenhimmel sehen? Genau: wenn es dunkel ist. Meine Sorge ist aber noch eine andere. Gerade im ländlichen Raum oder auch im Randbereich von Städten wirkt Licht auf Nachtfalter wie ein Staubsauger. Die Nachtinsekten werden aus dem Dunkel der Umgebung magisch von den Lichtquellen angesogen und erschöpfen sich an ihnen. Beispiel: In der Nähe von Düsseldorf wurden 1949 in einer einzigen Nacht 50 000 Nachtfalter in einer Falle gefangen. 1979 wurden ebenfalls 50 000 Nachtfalter in einer Falle gefangen, allerdings von Mai bis September - entsprechend 370 Nachtfalter pro Nacht und Falle. Im Jahr 2000 fing man dort noch 22 Nachtfalter pro Nacht und Falle und 2008 waren es rechnerisch noch 2,3 Nachtfalter pro Nacht und Falle. Innerhalb von nur 60 Jahren bedeutet das einen Rückgang um mehr als 99,9 Prozent! Wenn man dann noch weiß, dass sich z. B. Fledermäuse vorwiegend von Nachtfaltern ernähren, kann man sich ausmalen, wie es um diese bestellt sein muss, wenn sie nichts mehr zu fressen finden.

Hoffen lässt die vermehrte Nutzung von insektenfreundlichem LED-Licht, wie Sie ja auch schreiben. Und wenn einem zu dunkel ist auf dem Gehweg, kann man eine Taschenlampe mitnehmen. Nachtfalter und Fledermäuse werden es danken!

Susanne Grube Westerstede

Ich wohne auf der Straße Brummerforth. Hier hatten wir vor der Umstellung eine sehr gute Ausleuchtung der Straße. Seit der Umstellung hat sich die Ausleuchtung stark verschlechtert. Die Standorte der Lampen ist geblieben, die seitliche Ausbreitung der Beleuchtung aber ist deutlich reduziert. Das führt dazu, das Streckenabschnitte der Straße gar nicht mehr ausgeleuchtet sind. Besonders der Einmündungsbereich mit dem Berberitzenweg und Im Grünen Winkel hat sich die Umstellung nachteilig ausgewirkt.

Peter Billstein Bad Zwischenahn


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Mit Interesse habe ich den Artikel über Lichtmessungen der Lokalredaktion und Ihren Kommentar dazu gelesen. Das Prinzip „Schlauer statt heller“ halte ich für eine richtige und zukunftsweisende Herangehensweise. Auf der niederländischen Insel Ameland wurden z.B. nahezu alle Straßenleuchten durch grün-leuchtende, intelligente System ausgetauscht. Die grüne Lichtfarbe, zu Beginn für Verkehrsteilnehmer sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, wurde gewählt, weil sie bei Insekten und Vögeln eine geringe Irritation auslöst. Intelligent sind die Systeme, weil die Standardbeleuchtung „gedimmt“ ist, so dass Straßenverlauf und Fußwege nachvollziehbar und erkennbar sind, die Leuchtstärke jedoch bei Annäherung an eine Laterne für diese und die drei folgenden erhöht wird, sodass während des Passierens eine gute Lichtstärke vorhanden ist.

Peter Röben Edewecht