„Streit um Grab in Donnerschwee“ (Ð vom 12. März)
(...) Ebenso, wie Frau Ziegler erging es mir, ich hatte schwarzen Kieselsplitt auf das Grab gebracht. Links und rechts jeweils eine Pflanze und in der Mitte noch eine bepflanzte Schale. Dazwischen den schwarzen Splitt. Es sah sehr gepflegt und schön aus!
Außerdem war es sehr praktisch, gerade für Berufstätige, die nicht regelmäßig Zeit haben, ein Grab zu pflegen. Gärtnerischer Vorteil: Es wächst kaum Unkraut, hatte ich unter dem Splitt sogar noch Flies gelegt.
Ich musste das Ganze nach Aufforderung der Ev.-luth. Kirche wieder entfernen.
Das Resultat: Das Grab sieht jetzt wieder häufig ungepflegt aus, und es wächst ständig Unkraut nach, das entfernt werden muss.
Ich halte dieses Vorgehen für absolut unzeitgemäß und übertrieben. Außerdem muss ich viel Geld für eine Grabstelle bezahlen, wenn sie belegt wird. Dann sollte ich auch das Recht haben, sie so zu bepflanzen, wie ich es möchte. Und Kiesel und Splitt sowie Holzspäne etc. gehören heute zur „normalen“ Gestaltung von Gärten, warum also nicht auch von Gräbern. Schließlich ist doch auch ein Friedhof ein großer Garten.
Ebenfalls auf dem Friedhof gab es ein sehr großes Grab, welches mit weißen Kieselsteinen belegt war und immer gepflegt aussah. Leider musste auch dieses Grab wieder mit Erde bedeckt werden. In mein Augen ist das sehr, sehr kleingeistig! (...)
Ich hoffe, durch ihre Berichte wird sich was ändern, denn nichts wünsche ich mir mehr, als wieder Kiesel auf die Grabstelle zu bringen.
Susanne Gerhardt, Oldenburg
Es scheint zeitgemäß zu sein, jedes und alles in Zweifel zu ziehen, um erst einmal abgelehnt zu werden. Freundlicher Kontakt und auf die Friedhofsverwaltung zugehen hätte durchaus auch zu einem positiven Ergebnis führen können, aber schweigen und „Nichtstun“?
Natürlich muss es eine Friedhofsordnung geben, um zumindest dem gröbsten „Wildwuchs“ zu begegnen.
Streng genommen hätten die Verblichenen ja auch auf einem anderen Friedhof ihre letzte Ruhe finden können, deren Satzung den Nachkommen genehm ist. Ich finde es sehr kleinlich, die großen weißen Steine, die auch „Weserkies“ genannt werden, zu beanstanden, zumal dieser Bodendecker durchaus noch eine teilweise Begrünung zulässt.
Peter Bleßmann, Oldenburg
(...) In anderen Friedhöfen wird es doch auch anders gehandhabt, und im Laufe der Jahre auch Vorschriften geändert oder eventuell Änderungen toleriert.
(...) Als mein Mann im Juli 1993 beerdigt wurde, war Grüneinfassung Pflicht, und die Cotoneastern wurden vom Friedhofsamt gepflanzt. Man kann aber auch sehen, dass im Laufe der Jahre viele Gräber Steineinfassungen bekamen.
Was ist dagegen zu sagen? Besser weiße Steine, als ungepflegte Gräber!
Waltraud Müller, Oldenburg
Für einen grünen, blühenden Friedhof müssten auch alle Grabplatten entfernt werden, und eine mit Zierkies abgedeckte Grabfläche ist oft gepflegter als manches mit Unkraut überwucherte Grab.
Anke Runge, Oldenburg
