Phiesewarden - Im Seniorenheim Villa Lindenhof in Phiesewarden ist die Stimmung zurzeit besser, als Außenstehende das erwarten würden. Wie die NWZ  berichtete, befindet sich das Haus in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Betroffen sind auch die Pflegeheime Vita-Forum bei der Wesermarsch-Klinik und Der Petershof in Rastede, mit denen die Villa Lindenhof zusammenarbeitet. Natürlich ist die Verunsicherung unter den Mitarbeitern groß angesichts der finanziellen Schieflage, in die das Unternehmen geraten ist. Aber von Resignation keine Spur. Stattdessen hat sich im Lindenhof-Team eine Jetzt-erst-recht-Stimmung ausgebreitet.

„Wir sind zuversichtlich, und wir stehen voll hinter dem Haus“, sagt zum Beispiel Eike Warras, die in der Einrichtung für das Qualitätsmanagement zuständig ist. „Wir wollen gemeinsam mit der Geschäftsführung aus der Krise raus“, sagt ihre Kollegin Christine Schrewe.

In der Villa Lindenhof sind 30 Mitarbeiter beschäftigt, in allen drei Einrichtungen zusammen sind es 140. Ungeachtet des Insolvenzverfahrend läuft der Pflegebetrieb in gewohnter Form weiter. Das teilt auch die Kanzlei Schulte & Braun mit, deren Anwälte als vorläufige Insolvenzverwalter eingesetzt sind.

„Wir können die Bewohner und deren Angehörige zunächst beruhigen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei. „Die Versorgung der Senioren ist für die kommenden Monate uneingeschränkt sichergestellt.“ Die Heimaufsicht habe die Einrichtungen bereits kontrolliert und grünes Licht gegeben.

Nach Mitteilung der Kanzlei brauchen sich auch die Mitarbeiter in den drei Einrichtungen derzeit keine Sorgen um ihre Löhne und Gehälter zu machen. In den kommenden Wochen werden sich die Insolvenzverwalter einen Überblick über die wirtschaftliche Situation verschaffen und Sanierungsoptionen prüfen.


Mitarbeiter der Villa Lindenhof und die Geschäftsführung üben derweil den Schulterschluss. Heimleiterin Marita Hinxlage lobt die ausgezeichnete Zusammenarbeit in der Einrichtung: „Wir sind ein starkes Team hier im Lindenhof. So etwas habe ich vorher noch nie so erlebt.“ Eike Warras sagt: „Wir sind gut und mit der Geschäftsführung sehr glücklich.“

Wie es zu der finanziellen Schieflage kommen konnte, dafür gibt es mehrere Gründe. Marita Hinxlage macht kein Geheimnis daraus, dass sie mit der Auslastung in der Villa Lindenhof zurzeit nicht zufrieden ist. Von den 39 Plätzen sind zurzeit 33 belegt. Eine Ursache dafür ist aus ihrer Sicht, dass die Einrichtung ein bisschen ab vom Schuss liegt. Die Mitarbeiter wollen sich deshalb dafür einsetzen, dass sie wieder präsenter wird. „Wir haben alle großes Interesse daran, dass die Einrichtung gefüllt ist“, sagt Christine Schrewe. Die Probleme haben nach ihren Worten das Lindenhof-Team noch enger zusammengeschweißt.