LINDERN-LIENER - LINDERN-LIENER - Nachdem Linderns Bürgermeister Rainer Rauch am 16. Oktober in Berlin die Auszeichnung für den Arbeitskreis „Dorferneuerung Liener und Auen-Holthaus“ entgegen genommen hatte, gab er das Lob jetzt an den Arbeitskreis-Vorsitzenden Wilhelm Brinkmann (Liener) und dessen Stellvertreter Alfred Peters (Auen-Holthaus), weiter. Dem Festakt bei „Lüken“ wohnten rund 60 Dorfbewohnern bei.

Rauch zitierte dabei mit erkennbarem Stolz aus der Begründung der Preiskommission: „Eine intensive Bürgerbeteiligung vor und während der Erstellung des Dorferneuerungsplanes in Liener und Auen-Holthaus hebt dieses Projekt hervor. Menschen aller Haushaltungen dieser Dörfer haben sich aktiv eingebracht. Der angestrebte Leitbildprozess ist als vorbildlich herauszustellen“, hieß es. Die Verwendung zeitgemäßer Methoden der Entscheidungsfindung habe beeindruckt, und das Projekt in Liener/Auen-Holthaus sei ein Weg bereitender Ansatz für die Dorferneuerung in Niedersachsen. Das Projekt macht auf beeindruckende Weise deutlich, dass „Hilfe hilfreich ist“.

Der Arbeitskreis Liener/Auen-Holthaus hatte sich gegen 36 Mitbewerber durchgesetzt. Zur „Grünen Woche“ im Januar 2007 ist Lindern nach Berlin eingeladen, um auf dem Stand des Landes Niedersachsen das Projekt vorzustellen. Am 25. und 26. Januar soll die Präsentation mit Demonstrationen alten Handwerks aus Liener/Auen-Holthaus begleitet werden. Rauch nannte die Blaufärberei, die Holzschuhmacherei und die Flachsbearbeitung. Darüber hinaus werden regionale Produkte angeboten, und ein Gewinnspiel ist ebenfalls in Vorbereitung.

„Was bisher geschaffen wurde, sind sichtbare Zeichen, durch die alle Dorfbewohner auch für die Zukunft ständig angespornt sein werden, weiter zu machen“, so Peters und Brinkmann: „Wir hoffen, dass es nicht zu einem Ausruhen ob des großen Erfolges kommt.“

Seit 2002 beteiligen sich Liener/Auen-Holthaus an dem Programm „Dorferneuerung“ des Landes Niedersachsen, das nicht mit der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“ zu verwechseln ist. Mit dem Dorferneuerungsprogramm fördert das Land mit EU-Mitteln private Initiativen zur Erhaltung des typischen Ortsbildes. Die Förderung beträgt für private Maßnahmen 30 Prozent und allgemeine Investitionen 50 Prozent. Nach Liener/Auen-Holthaus sind so seit 2002 bereits 300 000 Euro Fördermittel geflossen, die die Investition einer Million Euro angeschoben haben. Die Kluse, das Steindenkmal, der Glockenturm, aber auch viele Fassadensanierungen sind in Angriff genommen worden. Als nächstes stehen in Auen-Holthaus das Kriegerdenkmal und Sitzgruppen sowie in Liener die völlige Neugestaltung des Kinderspielplatzes auf dem ehemaligen Schulhof an.