Lindern - Eine Woche nach dem Feuer beim Betonhärter-Spezialisten Kraft Curing in Lindern können Geschäftsleiter Michael Kraft und seine Mannschaft schon wieder lächeln: Die Aufräumarbeiten gehen voran, und statt Resignation hat die Überzeugung von weiterem Wachstum Platz gegriffen. Dazu mag auch der Besuch der beiden amerikanischen Gesellschafter Barry Fleck und Bruce Post beigetragen haben, die der Mannschaft am Freitag in einer Betriebsversammlung bekanntgaben, dass die zerstörte Halle in größerem Stil neu aufgebaut und dass in die Produktion eines neues Regalsystems für die Betonhärtung eingestiegen wird.

„Wir stehen hinter euch – zu 100 Prozent, und wir möchten, dass ihr weitermacht mit der großartigen Arbeit, die ihr bisher geleistet habt“, sagt Barry Fleck. „Wir wollen aus Zitronen Limonade machen“, sagen die Amis, und deshalb soll nicht nur wieder aufgebaut, sondern investiert werden: Rund zwei Millionen Euro werden in die neue Halle fließen, die vielleicht noch größer wird als geplant, wenn es gelingt, gegenüber des Firmengeländes einen Parkplatz zu bauen. Auf jeden Fall wird die Halle zweigeschossig, denn für die neue Beton-Härtungsregal-Produktlinie brauchen Michael Kraft und seine Mannschaft einen Kran, der den Fluss in der Fertigung gewährleistet.

Bisher hatte Kraft Regalsysteme angekauft, aber es gab immer wieder Probleme mit der Qualität und anderen Dingen, sagte der Geschäftsführer, und deshalb habe man ein eigenes Produkt entwickelt, mit dem es möglich ist, das Regal noch stabiler zu machen und gleichzeitig die Streben zur Klimatisierung des Härtungsprozesse zu nutzen.

Für die Entwicklung zeichnet maßgeblich Marius Böckmann, Techniker bei Kraft im Maschinenbau, verantwortlich. Die Standard-Regale haben die Ausmaße 30 mal 30 mal 10 Meter. Rund 100 Tonnen Stahl sind in ihnen verbaut. Die Größe lässt sich problemlos an die Bedürfnisse der Kunden anpassen, so Böckmann. Damit will man weiter expandieren.

Seit 2013 betrug die jährliche Wachstumsrate rund 30 Prozent. Der Umsatz lag 2017 bei bei elf Millionen Euro. 62 Leute arbeiten bei Kraft, knapp die Hälfte davon sind 450-Euro-Jobber. Neueinstellungen sind geplant.


Weihnachten will das Kraft-Team schon in der neuen Halle feiern – und die beiden Amerikaner kommen auch.