LINGEN - Der Vorstandschef des Spirituosen-Herstellers Berentzen, Axel Dahm, hat am Donnerstag auf der Hauptversammlung seines Unternehmens starke Veränderungen für den Konzern angemahnt. Angesichts sinkender Umsätze müsse das Geschäft mit der eigenen Traditionsmarke wieder stärker ausgebaut werden, sagte Dahm in Lingen. Von Juni an solle eine groß angelegte Werbekampagne anlaufen.

Der Umsatz des Berentzen-Konzerns blieb 2006 mit 179,8 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis sackte von einem Jahresüberschuss von 6,8 Millionen Euro 2005 auf einen Fehlbetrag von 0,7 Millionen Euro.

„Im Markengeschäft haben wir knapp acht Prozent Umsatz innerhalb eines Jahres verloren“, sagte Dahm. Negativ mache sich bei der Umsatzentwicklung der steigende Anteil von Handels- und Zweitmarken bemerkbar. Wenn der Anteil von Handelsmarken am Geschäft zu groß werde, gefährde das die Ertragskraft der gesamten Gruppe. Daher solle die Kernmarke Berentzen mit einem Marketing gefördert werden, das die traditionellen Markenwerte als ländliches Produkt in den Vordergrund rückt. Exotische Berentzen-Spirituosen passten nicht zur Marke.

Er rechne wegen der Investitionen für 2007 mit einem erneuten Verlust, sagte Dahm. Es handele sich aber um notwendige Investitionen. Von 2008 an sollten die Verluste schrittweise reduziert werden.