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Telekommunikation Linteler von Internetwelt abgeschnitten

Sonja Klanke

Lintel - Helge Abel hat ein mobiles Büro – allerdings nicht freiwillig: Seit dem 2. September funktionieren bei dem Linteler weder Internet noch Telefon. Mehrmals pro Woche rief der 54-Jährige bei der Kundenhotline der EWE an, um den Grund für die Störung zu erfahren. Erst nach fünf Wochen bekam er eine Auskunft: Er könne nicht mehr versorgt werden. Der Kundenberater empfahl ihm einen neuen Anbieter. „Die haben einen Vertrag zu erfüllen, die können mich doch nicht ohne Vorwarnung mit dem Problem sitzen lassen“, ärgert er sich.

Nicht alleine

Als Inhaber einer Tauchschule in Kroatien ist Abel auf einen Internet- und Telefonanschluss angewiesen. Um Kundenanfragen zu beantworten, hat er sein Büro in sein Auto verlegt. Damit steht er auf Parkplätzen im Huder Ortskern und surft via Internet-Stick im Netz. In Lintel sei die Verbindung für den Stick zu schlecht.

Mit seinem Problem ist Abel nicht alleine: Georg Hollmann, ebenfalls aus Lintel, hat auch seit dem 2. September keinen zufriedenstellenden Internetanschluss mehr. „Es dauert eine halbe Stunde, eine Seite zu öffnen“, klagt der 45-Jährige. Auch sein Telefon funktionierte seit diesem Datum zehn Tage lang nicht. „Da ich kein Handy habe, war ich von der Außenwelt abgeschnitten.“

„Herr Abel und einige seiner Nachbarn wohnen zu weit vom nächsten Knotenpunkt im Telekommunikationsnetz entfernt“, erklärte Katja Schmitt-Völsch, Konzernsprecherin der EWE TEL GmbH zunächst auf Nachfrage der NWZ . „Wahrscheinlich gab es Zeiträume, in denen die relativ niedrige Übertragungsrate einigermaßen stabil verfügbar war, Beeinträchtigungen gab es aber schon immer, da das Telekommunikations-Signal aufgrund der hohen Leitungslänge zu schwach bei Herrn Abels Anschluss ankommt“, so Schmitt-Völsch weiter. Bei Helge Abel sei laut EWE im besten Fall eine Übertragungsrate von rund 1,6 Megabit pro Sekunde möglich. Aus diesem Grund räume die EWE Abel und Hollmann ein Sonderkündigungsrecht ein, das ihnen erlaubt, ihren Vertrag rückwirkend zum 31. August zu beenden.

Die von der EWE genannten Beeinträchtigungen, die es angeblich schon immer gegeben habe, konnten Abel und Hollmann allerdings nicht bestätigen. „Es war nie das Schnellste, aber mit mindestens zwei Megabit immer hinnehmbar.“ Auch Hollmann bestätigte, dass die Übertragungsgeschwindigkeit zuvor zwischen zwei und drei Megabit pro Sekunde lag. Noch sonderbarer fand Hollmann aber, dass seine Nachbarn gut versorgt sind. „Irgendwas haben die an dem Montag ausgetauscht oder umgestellt“, vermutete der 45-Jährige.


Nach diesem Hinweis prüfte die EWE das Problem erneut und fand eine mögliche Ursache für den plötzlichen Ausfall: „Am 2.9. stellte die Herstellerfirma der Fritz-Boxen eine neue Firmware zur Verfügung, die normalerweise über das Internet aufgespielt wird. Aufgrund der großen Entfernung von Herrn Abel zum nächsten Knotenpunkt im Telekommunikationsnetz kann es sein, dass die recht geringe Übertragungsgeschwindigkeit dazu führte, dass die Fritz-Box das Update immer wieder abgebrochen hat“, erläuterte Schmitt-Völsch. Bei Hollmann liege vermutlich das gleiche Problem vor. Die EWE hat bereits eine neue Fritz-Box an Abel versandt. Sollte das Problem nach dem Tausch der Box nicht gelöst sein, will die EWE einen Techniker beauftragen, der Abel beim manuellen Aufspielen der neuen Firmware per USB-Stick unterstützt.

Problem bleibt bestehen

Das Sonderkündigungsrecht gelte allerdings dennoch, da das Problem der generell langsamen Verbindung weiter bestehen werde: „Wo die Kabelverzweiger stehen, bestimmt maßgeblich die Telekom und es sieht nicht so aus, als ob es da bald eine Besserung gibt“, teilte Schmitt-Völsch mit.

Falls es auch mit der neuen Fritz-Box weiterhin Probleme gibt, will sich Abel einen Anbieter suchen, der Internet und Telefonie über eine mobile Long Term Evolution-Lösung (LTE) oder über Satellit anbietet, in der Hoffnung, dass er nie wieder Büroarbeiten in seinem Auto erledigen muss.

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