Varel - In Varel werden die Litfaßsäulen abgebaut. Das bestätigte am Montag Wilfried Alberts, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales der Stadt. Künftig gibt es demnach keine Werbeanschläge mehr auf den runden Plakatsäulen, die der Druckereibesitzer und Verleger Ernst Litfaß (1816 bis 1864) im Jahr 1854 in Berlin erfunden hatte.
Der Grund: Die Stadt Varel hat den befristeten Vertrag mit der Gesellschaft Deutsche Städte Media (DSM), der am 31. Juli ausgelaufen war, nicht verlängert. Als Eigentümer muss die Firma ihre Litfaßsäulen nun entfernen. „Für uns war der Einnahmefaktor zu gering“, erläuterte Wilfried Alberts.
Die DSM mit Sitz in Frankfurt nahm die Aufträge für die Werbeanschläge entgegen, und plakatierte dann die Litfaßsäulen in Varel. Dieses übernimmt nun die Stadt. „Das können wir besser selber machen und haben dann auch selbst Einfluss darauf, was beworben werden soll“, sagte Alberts: „Wir wollen selbst die Entscheidung fällen können.“
Wer künftig in der Stadt Varel plakatieren möchte, muss also einen Antrag an den Fachbereich Ordnung und Soziales stellen. Vor allem heimischen Werbern kommt das zugute. Soll die Werbefläche größer ausfallen, als nur ein Plakat, muss gegebenenfalls auch das Bauamt zustimmen. „Sind bauliche Maßnahmen erforderlich, um eine Werbefläche zu installieren, muss vorher eine Baugenehmigung eingeholt werden“, betonte Wilfried Alberts.
Dass die Litfaßsäulen so langsam aus den Verkehrsbildern der Städte verschwinden, ist nicht ungewöhnlich. So entfernten unter anderem Stuttgart, Leipzig oder Kassel die Werbesäulen, die vielen Städteplanern als nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Seit den 1950er Jahren haben sich vor allem Großflächenplakate etabliert.
